Natali Petala-Weber

„Wir müssen die Träger mobilisieren, die sich unmittelbar für die Jugend engagieren“

Im Oktober 2016 trafen sich in Athen in den Räumen des Hellenischen Ministeriums für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten ein deutsches und ein griechisches Team bestehend aus den Zuständigen der beiden Nationalagenturen für das Programm Erasmus+ JUGEND in Aktion, IJAB, des Instituts für Jugend und Lebenslanges Lernen (I.NE.DI.VI.M) und des Generalsekretariats für Lebenslanges Lernen und Jugend mit einem Ziel: das zweite Deutsch-Griechische Jugendforum für März 2017 in Thessaloniki vorzubereiten – dieses Mal gemeinsam. Natasa Protopsalti berichtet über ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern.

Eine Frau spricht in ein Mikrofon, zwei Frauen hören zu.
Natasa Protopsalti (rechts) verabschiedet die Teilnehmenden des Deutsch-Griechischen Jugendforums BildImage: Christian Herrmann

Natasa Protopsalti ist im Hellenischen Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten für den deutsch-griechischen Jugendaustausch zuständig.

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Natali Petala-Weber: Wie sind Ihre Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern im Rahmen der Vorbereitung und der Austragung des zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforums?

Natasa Protopsalti: Ich meine, wir hatten eine sehr gute Kooperation mit dem IJAB und der Nationalagentur für das Programm Erasmus+ JUGEND in Aktion in Deutschland. Wir bemühten uns, beide Seiten zufrieden zu stellen, indem wir die Wünsche beider Partner aufnahmen. Die Erfahrung der deutschen Partner, die im Rahmen des ersten Deutsch-Griechischen Jugendforums 2014 in Deutschland gewonnen wurde, war sehr hilfreich.

Natali Petala-Weber: Was würden Sie nach den Erfahrungen im zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforum beim nächsten Jugendforum anders machen?

Natasa Protopsalti: Die Veranstaltung des Forums hat uns generell erfreut und zufrieden gestellt. Beim nächsten Mal würde ich die Teilnehmerzahl ändern und nur Organisationen, Vereine, Kommunen, Vertreter/-innen der Zivilgesellschaft zur Teilnahme einladen. Die Träger und Institutionen sollten sich mit der Jugend beschäftigen und sich beim Forum ausschließlich der Vernetzung mit Partnern und den gemeinsamen Projektzielen widmen.

Natali Petala-Weber: Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Erfolge, die im Rahmen des Forums erzielt wurden?

Natasa Protopsalti: Die Ankündigung der bevorstehenden Unterzeichnung der Ressortvereinbarung zur deutsch-griechischen jugendpolitischen Zusammenarbeit und die Tatsache, dass diese auf griechischer Seite in Thessaloniki angesiedelt sein wird – in meiner Heimatstadt.

Natali Petala-Weber: Wie geht es mit der Zusammenarbeit nach dem Forum weiter und welches sind die nächsten Schritte?

Natasa Protopsalti: Zunächst werden wir die aus dem zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforum hervorgegangenen Projekte mitverfolgen. Zudem wissen wir, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weiterhin Projekte finanzieren wird.
 
Die deutschen Partner haben bereits mit der Vorbereitung des dritten Deutsch-Griechischen Jugendforums begonnen, das im Oktober 2018 in Köln stattfinden wird. Unser erstes Treffen ist nach dem Sommer angesetzt und erfordert auch unsererseits eine entsprechende Vorbereitung. Ziel wird es sein, weitere Organisationen bzw. Träger zu mobilisieren, die sich unmittelbar für die Jugend engagieren.

Natali Petala-Weber: Auf welche Weise kann die griechische Jugend vom deutsch-griechischen Jugendaustausch und dem Austausch von Jugendarbeiter(inne)n profitieren?

Natasa Protopsalti: Ich führe meine Gedanken von der vorherigen Frage weiter aus. Mein Wunsch wäre es, jungen Menschen aus allen sozialen Schichten, die Möglichkeit des Austausches zu geben. Wir sollten dazu Wege finden, auch Jugendliche zu mobilisieren, die sich nicht in Strukturen der Zivilgesellschaft engagieren. Und dann könnte man sagen, dass der Austausch tatsächlich förderlich ist. Denn es begegnen sich in diesem Rahmen zwei Völker, die sich voneinander ein Bild gemacht haben, welches durch die Medien geprägt wurde und nicht der Realität entspricht. Der Austausch gibt die Möglichkeit, sich wirklich kennenzulernen.  

Die Besuche bezwecken, den Partnern Einblick in das Land und seine Menschen zu geben. Voraussichtlich schafft man sich nach der Erfahrung eines Austausches ein vollkommen anderes Bild vom Land „der Anderen“.  

Natali Petala-Weber: Wie können Ihrer Meinung nach, Organisationen aus Deutschland und Griechenland den deutsch-griechischen Jugendaustausch unterstützen und sich vor allen Dingen, selbst an diesem beteiligen?

Natasa Protopsalti: Die beste Lösung wäre ein Kontaktbüro in Deutschland und ein entsprechendes in Griechenland, welches die Umsetzung von Projektideen unter anderem durch die Vernetzung mit möglichen Projektpartnern unterstützen könnte. Das Forum ist eine erste Kontaktplattform, reicht aber nicht alleine aus.



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