Andromachi Papaioannou

Wir sind Europa

Die Herausforderungen der Flüchtlingsströme nach Europa belasten das bereits wirtschaftlich geschwächte Griechenland enorm. Die Jugendorganisation Generation 2.0 Red hat sich als Nichtregierungsorganisation diesen Herausforderungen gewidmet und beschreibt ihren Beitrag und ihre Vorgehensweise bei der Bewältigung dieser gesamteuropäischen Herausforderung.

Eine Gruppe Kinder reißt die Arme hoch.
BildImage: Andromachi Papaioannou


Andromachi Papaioannou, Bild: privat

Andromachi Papaioannou wurde 1983 in Athen geboren und lebte in Thessaloniki, Rom, London und Bologna. Sie ist Absolventin der Abteilung für Politikwissenschaften der Aristoteles Universität in Thessaloniki und besitzt ein Masterdiplom in Sozialanthropologie der LSE. Sie ist Promotionsstudentin der Sozialanthropologie der Universität Bologna mit einem Schwerpunkt in Migration.

Griechenland-Special 2016

Fakten, Förderung, Kontakte

Inklusion

Flucht und Migration

Kulturelle Bildung

Sport

Zivilgesellschaft und Jugendarbeit

Politische Bildung

Erinnerungsarbeit

Essay

Wir alle sind Europa, du und ich, Bürger der Mitgliedsstaaten, und wenn nicht alle, zumindest die meisten von uns. Bis heute waren das Bindeglied Europas, die Beziehungen zwischen den Staaten, die jedoch oftmals erschüttert werden. Ein solches Beispiel ist die aktuelle Wirtschaftskrise in Griechenland und gleichzeitig die dramatische Zunahme der Anzahl an Flüchtlingen, insbesondere aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea. Als Voraussetzung des politischen Überlebens Europas wird die Schaffung einer aktiven europäischen Zivilgesellschaft angesehen. Eine europäische Zivilgesellschaft, die nicht nur zu nationalen Themen Stellung nimmt und ihre Meinung äußert und die auch nicht nur innerhalb der Grenzen des eigenen Landes denkt, sondern sich um das gesamte Europa sorgt. Eine europäische Zivilgesellschaft, die Prinzipien wie die Menschenrechte, die Gleichberechtigung, die Solidarität und das Allgemeinwohl aller Länder in den Vordergrund stellt. Voraussetzung zur Erreichung dieses Ziels ist, einander kennen zu lernen, über die Grenzen des eigenen Landes zu schauen, sich außerhalb des „vertrauten“ und „sicheren“ Umfelds zu bewegen und uns als Europäer/-innen, und nicht nur als Griechen oder Deutsche, zu betrachten.

Aktive Bürgerbeteiligung beginnt zunächst im eigenen Land. Der erste Schritt zur Festigung der gesellschaftlichen Kohäsion und zur Förderung der aktiven Solidarität ist getan, wenn jeder/jede einzelne beginnt, ein persönliches bzw. kollektives Gemeininteresse zu entwickeln und Lösungsansätze zu Themen vorzuschlagen, die sowohl ihn persönlich als auch die Gesellschaft betreffen. In Griechenland werden die klaffenden Defizite des staatlichen Apparats durch eine nie zuvor dagewesene aktive Solidarität ausgeglichen. Die Nichtregierungsorganisationen (NROs) und die zivilgesellschaftlichen Initiativen spielen in der Unterstützung der sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen hierbei die größte Rolle.

Junge Griechinnen und Griechen mit und ohne Migrationshintergrund – Generation 2.0 RED

Generation 2.0 RED ist eine solche NRO. Sie besteht aus jungen Menschen griechischer Herkunft und jungen Menschen mit Migrationshintergrund, also aus Menschen, die in Griechenland geboren oder aufgewachsen sind, in Griechenland leben und arbeiten und ihren Beitrag zur Schaffung einer offenen Gesellschaft leisten möchten, in der die Verschiedenheit und die Menschenrechte respektiert werden.  Zu den Tätigkeiten dieser NRO gehören Kampagnen zur Aufklärung, wie eine der bedeutendsten mit dem Titel „Gleichberechtigte Bürger/Equal Citizens”, bei der es um das Recht auf Staatsbürgerschaft geht für Kinder die in Griechenland geboren bzw. dort aufgewachsen sind und Eltern mit Migrationshintergrund haben. Gleichzeitig verfolgte diese Kampagne das Ziel, die griechische Gesellschaft zu informieren über und zu sensibilisieren nicht nur für die Schwierigkeiten, die diese Kinder zu bewältigen haben, sondern und vor allem aufzuzeigen, wer diese Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind. Das Gesetz, das das Recht auf Erwerb der Staatsbürgerschaft für Kinder mit Migrationshintergrund verleiht, ist im Juli 2015 vom griechischen Parlament verabschiedet worden.

Zudem führt Generation 2.0 RED zahlreiche Sport- und Kunstprojekte zur Förderung der Akzeptanz, der Integration und der Interaktion zwischen den Jugendlichen griechischer Herkunft und den Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch. Darüber hinaus bietet sie Beratungs-dienstleistungen bei Fragen an, die die Beantragung bzw. Verlängerung von Aufenthalts-genehmigungen betreffen, organisiert Ausbildungsprojekte für Kinder und Jugendliche zum Thema Diversität und beteiligt sich gemeinsam mit Universitäten und Trägern an Forschungsprojekten. Wesentliches Ziel aller Tätigkeiten der Organisation ist die Stärkung der Zielgruppe und die Förderung einer Gesellschaft, die die Menschenrechte und Diversität respektiert, die Gleichberechtigung fördert und Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung bekämpft.

Obwohl die Haupttätigkeiten der Organisation die Stärkung und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und ihrer Kinder in die griechische Gesellschaft betreffen, fühlt sie sich verpflichtet, sich auch in der Flüchtlingsfrage zu engagieren. Seit dem Sommer 2015 stellt Generation 2.0 RED mit einigen anderen NROs, die sich in Athen mit der Integrations- und Flüchtlingsthematik beschäftigen, und in Zusammenarbeit mit der Asylbehörde den Asylbewerbern und Asylbewerberinnen, die zuhause keinen Internetzugang haben, ihre Räume und Einrichtungen zur Verfügung, damit sie mit der Asylbehörde in Kontakt treten können, um einen Termin zu vereinbaren und ihren Asylantrag zu stellen. Die Terminvereinbarung über Skype wurde zur Entlastung der Asylbehörde ermöglicht und um auch jenen die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu bieten, die außerhalb Athens leben. In der Praxis allerdings sah die Realität ganz anders aus. Dutzende versammelten sich wartend vor den NROs, um einen Termin zu vereinbaren. Das Programm des Services zur Terminvereinbarung durch Skype stellte ungefähr zwei Stunden pro Woche für die jeweilige Sprache zur Verfügung,  was ein sehr knapp bemessenes zeitliches Fenster in Anbetracht der steigenden Zahlen der Interessenten. Es gab Menschen, die jede Woche über einen Monat lang immer wieder kamen, um einen Termin vereinbaren zu können. In der Zwischenzeit liefen ihre Aufenthaltsgenehmigungen aus, sodass sie stets Gefahr liefen, verhaftet und inhaftiert zu werden.

Freiwilliges Engagement in der ersten offenen Flüchtlingsunterkunft  Griechenlands

Gleichzeitig rief Generation 2.0 RED im September 2015 ein Team ins Leben, das jede Woche Kinder im Flüchtlingszentrum „Elaionas“ beschäftigte. Diese Aktion dauerte an bis März 2016. „Elaionas“ ist das erste offene Flüchtlingszentrum in Griechenland. Es befindet sich in Athen und ist von der Stadt errichten worden, die auch die Abfallversorgung übernommen hat inzwischen über eine Aufnahmekapazität von 1500 Menschen in Containern für jeweils acht Personen mit eigener Toilette und Klimaanlage verfügt. Die Bedarfe an Kleidung, Schuhen, persönlichen Hygieneartikeln und Lebensmitteln, medizinische Betreuung rund um die Uhr, Dolmetsch- und Übersetzungsdienste, psychologische Betreuung und die Beschäftigung der Kinder werden durch die NROs, durch Freiwillige und eigenständige Bürgerinitiativen gedeckt.  

Zu den Aktivitäten, die Generation 2.0 RED in „Elaionas“ durchführte gehörten unter anderem Malerei, Akrobatik, Yoga sowie alles andere, das die beteiligten Freiwilligen sich jedes Mal aussuchten. Das Angebot ist  abhängig von der Anzahl und dem Alter der aufgenommenen Kinder. Das Team von Generation 2.0 RED in „Elaionas“ bestand aus jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft (Griechenland, Großbritannien, Nigeria, Israel, Italien) und spiegelt sehr unmittelbar den Charme der Diversität und die Kraft einer vorurteilsfreien Zusammenarbeit wider. Niemand aus der Gruppe sprach Farsi (die Mehrheit der Geflüchteten in „Elaionas“ stammte in der Zeit aus Afghanistan) und die Kommunikation mit den Kindern fand in gebrochenem Englischs statt, mit Körpersprache, mit Pantomime, mit dem klein bisschen Farsi, das wir gelernt hatten, oder dem wenigen Griechisch, das die Kinder lernten – und mit vielen Lächeln. Jede Woche begegneten wir vielen neuen Gesichtern und weniger von den Gesichtern, die wir der Woche vorher begegnet waren. Griechenland war für die Mehrheit der Geflüchteten eine Zwischenstation und nur wenige wollten sich tatsächlich hier niederlassen. Endstation für die überwältigende Mehrheit waren Schweden und Deutschland. Mit der kurzzeitigen Aufhebung der Dublin-II-Verordnung für Griechenland aufgrund der hohen Flüchtlingsströme gestaltete sich auch der Aufenthalt in Athen kurz, denn das Ziel war es, die Grenzen zu überqueren und die Reise nach Nordeuropa fortzusetzen, bevor die Wetterlage sich verschlechtert bzw. bevor Deutschland oder Schweden ihre Landesgrenzen schließen. Inzwischen ist die Situation eine ganz andere, insbesondere nach der Unterzeichnung des Abkommens mit der Türkei, das am 20. März 2016 in Kraft getreten ist. Die Grenzen sind geschlossen für alle, die Aufenthaltsdauer in Griechenland unbekannt und die Aufnahmezentren sind überfüllt, nicht nur in Attika, sondern in ganz Griechenland.

Die „Flüchtlingskrise“, wie viele die Massenzustrom von Geflüchteten in den letzten Monaten in Europa bezeichnen, ist nichts Neues. Neu sind nur der Umfang der Zuströme sowie ihre besonderen Merkmale, das heißt dass sie in großen Teilen aus schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen wie Säuglingen, Kindern, Frauen, unbegleiteten Minderjährigen, älteren und behinderten Menschen bestehen. Diese spezifischen Merkmale führen dazu, dass wir uns alle des Ernstes der aktuellen Situation bewusst werden, denn so wie sehr treffend die Dichterin Warsan Shire äußerte:

“No one leaves home unless
home is the mouth of a shark.
You only run for the border
when you see the whole city
running as well/
Νo one puts their children in a boat /
unless the water is safer than the land”

(Niemand verlässt sein Zuhause, es sei denn, zuhause ist ein Haifisch-Rachen. Du rennst zur Grenze nur dann, wenn du auch die ganze Stadt dorthin rennen siehst. Niemand setzt seine Kinder in ein Boot, es sei denn, das Meer ist sicherer als das Festland).


2015 betrug die Anzahl der Flüchtlinge, die auf den griechischen Inseln – insbesondere bei guter Wetterlage – ankamen, insgesamt 8.000-10.000 pro Tag. Unvorstellbare Zahlen, Menschen in besonderer Not und ein griechischer Staat, der der nicht in der Lage ist, die Situation zu bewältigen. Zu diesem Zeitpunkt hängen ungefähr 53.000 Menschen in Griechenland fest. Die Flüchtlinge kommen nicht über die Türkei nach Griechenland, sie kommen über die Türkei nach Europa – und das sollten wir alle verstehen. Diese Situation sollte als Herausforderungen angegangen werden, die alle europäischen Staaten betrifft. Griechenland ist zwar die Außengrenze Europas, aber es ist nicht nachzuvollziehen, dass es allein die Last der Erstaufnahme trägt. Denn ganz einfach: Das kann Griechenland nicht stemmen. Denn wir sprechen über Menschen und nicht über Zahlen.

Deutschland und Griechenland in der Herausforderung

Das was gerade in Griechenland, in Deutschland oder in Schweden in Bezug auf die Flüchtlinge passiert,  erfahren die meisten von uns über die Medien, das Internet und die sozialen Netzwerke. Allerdings können wir nicht beurteilen, wie objektiv bzw. realitätsnah die Darstellung der aktuellen Situation ist. Was wir jedoch mit Sicherheit beurteilen können, ist die Arbeit, die die Organisationen und die Freiwilligen, die sich mit den Migranten und mit den Flüchtlingen beschäftigen, leisten. Griechenland ist auf deiner einen Seite aufgrund seiner geographischen Lage das Land der Erstaufnahme der Flüchtlingsströme, es ist aber gleichzeitig ein Land, das eine Wirtschaftskrise durchlebt. Mit mangelhaften Strukturen, defizitären Ressourcen, einer riesigen Küstenlinie und ohne eine einheitliche europäische Politik und wesentlichen Eingriffsmöglichkeiten an den Ankunftsorten kann man auf den ägäischen Inseln nur machtlos die zahlreichen Toten bergen, Hunderte von unbegleitete Minderjährige und Tausende verzweifelte Menschen registrieren, die dem Krieg zu entkommen versuchen. Der Mangel an Infrastruktur und Humanressourcen erschwert die Registrierung der Flüchtlinge und folglich auch ihre Beförderung nach Athen und von dort aus in andere europäische Länder. Auf der anderen Seite ist Deutschland für die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge das Zielland. Es ist ein Land, das über eine Migrations- und Integrationspolitik verfügt, über Infrastruktur sowie die notwendige Erfahrung mit Menschen mit Migration und Flüchtlingen, da Deutschland in den 60er Jahren das Einwanderungsland für viele war, darunter viele Griechen. Das bedeutet aber nicht, dass Deutschland alle Flüchtlinge aufnehmen kann, die EU-Boden betreten.

Deutsch-griechischer Jugendaustausch in der Flüchtlingsfrage

Nur wenige wissen, was tatsächlich in Griechenland bzw. in Deutschland vor sich geht. Meist gibt es zahlreiche Klischees in beiden Gesellschaften und somit kann man sich nur schwer ein klares Bild machen. Aus diesem Grund könnte der Austausch von Jugendlichen und Besten Praktiken, den Abbau von Klischees fördern und eine wesentliche Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern aufbauen. Der Jugendaustausch zwischen Griechenland und Deutschland könnte für beide Länder von Nutzen sein. Der Austausch zwischen den Jugendlichen dieser beiden Länder würde komplexe Themen wie die Flüchtlingskrise verständlicher machen. Der Erfahrungs- und Ideenaustausch, die Kommunikation und der Kontakt zu Personen, die in diesem Bereich tätig sind, sowie letztendlich ein offener Dialog würden zum besseren Verständnis des Problems und zu innovativen Lösungsansätzen führen. Einerseits könnte der Aufenthalt der deutschen Jugendlichen in Griechenland ihnen die Möglichkeit geben, Erfahrungen zu sammeln, die Situation in Griechenland zu verstehen und Begriffe, wie z.B. „Rechtslücke“, kennen zu lernen. Gleichzeitig würden die jungen Menschen das Improvisationsvermögen „aus der Not heraus“ erfahren und die daraus entstehende spontane Solidarität der zivilgesellschaftlichen Initiativen und NROs, die die fehlende Infrastruktur und die fehlenden Regierungsstrategien ersetzen müssen. Andererseits würden die Jugendlichen aus Griechenland die Umsetzung von Integrationsstrategien und Prozessen und ihre Ergebnisse kennenlernen und erleben und sie würden erleben, wie die Gesellschaft und der Staat auf solche Herausforderungen reagieren bzw. sich anpassen und vor allem, was davon auch in Griechenland Anwendung finden könnte. Griechenland kann hinsichtlich der Organisation und des Aufbaus von Infrastruktur Vieles von Deutschland lernen und zudem Integrationspraktiken und -maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene übernehmen.

Ein Europa als soziale Einheit

Der Jugendaustausch als Praxis ermutigt die aktive Zivilgesellschaft und die jungen Bürger/innen und fördert zugleich das Verständnis des Begriffs „Europa“ nicht nur als politisch-wirtschaftliche, sondern auch als soziale Einheit. Europa steht nicht nur für die gemeinsame Währung bzw. den freien Warenhandel. Es ist auch nicht nur da für ungehinderte Reisemöglichkeiten seiner Bürger/innen zum Zwecke der Erholung.  Das Europa der Zivilgesellschaft hat die Pflicht eine aktive Gemeinschaft zu sein, die, obwohl sie sich aus vielen ganz unterschiedlichen, kleineren Gesellschaften zusammensetzt, dennoch durch gemeinsame Ideale geprägt ist. Durch die globalisierte Gesellschaft, in der wir leben, werden wir von den Entwicklungen in den benachbarten Ländern wenn nicht unmittelbar, dann doch unmittelbar beeinflusst.

Viele junge Menschen aus Deutschland – wie auch aus Griechenland – stammen oftmals aus anderen Ländern der EU bzw. aus Drittländern. Die Integration und substantielle Akzeptanz dieser jungen Menschen in die europäische Gesellschaft, nicht allein in die griechische bzw. deutsche, werden durch Maßnahmen gestärkt, die den Kontakt mit dem „Anderen“ fördern. Gleichzeitig tragen diese Methoden zur Sensibilisierung der Europäer/innen gegenüber gesamteuropäischen Problemen bei und fördern Ideale, wie Respekt, Verschiedenheit, kulturelle Vielfalt, Toleranz, Zusammenarbeit und harmonisches Zusammenleben. Lernt man den „Anderen“ kennen, ist er keine Bedrohung mehr, sondern wird als „Wir“ verstanden. Auf diese Weise werden wir alle nicht nur zu Griechen oder Deutschen, sondern zu Europäern und Europäerinnen.

Unsere Großeltern kamen 1922 nach Griechenland. Sie waren Flüchtlinge aus Ostthrazien und Pontos. Nichts wurde ihnen leichtgemacht, aber sie haben ihr Leben wiederaufbauen können, konnten wieder lachen und träumen. Ich wuchs auf mit den Geschichten derjenigen, die auf dem Weg verloren gingen und derjenigen, die es geschafft haben. Mit Geschichten über jene, die halfen und jene, die sie jagten. Jene, die zurückblieben, aber nie vergessen wurden. Heute, 90 Jahre später, stehe ich auf der gegenüberliegenden Seite und gehöre zu jenen, die Hilfe anbieten können. Ich tue es mit Freude und werde täglich für einige Menschen, zu einem Jener, die einst meiner Familie geholfen haben.



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