Dorothea Wünsch

Deutsch-Japanisches Studienprogramm „Inklusive Pädagogik“ ausgeschrieben

Vom 14. bis 28. Mai 2016 führt IJAB im Auftrag des BMFSFJ ein deutsch-japanisches Studienprogramm zum Thema " Inklusive Pädagogik“ durch. Das Programm zielt darauf ab, den Austausch über die aktuellen Entwicklungen zum Thema mit japanischen Kolleg(inn)en zu vertiefen und für die deutsche Fachdiskussion nutzbar zu machen. Interessierte können sich jetzt bewerben!

eine Frau steht vor einem Gestell mit japanischen Schriftzeichen
BildImage: Dorothea Wünsch

Im Rahmen des Kulturabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Japan hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit dem japanischen Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) für 2016 die Durchführung eines bilateralen Studienprogramms für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zum Thema „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ vereinbart.

IJAB wurde durch das BMFSFJ beauftragt, in diesem Rahmen ein Fachkräfteprogramm zum Thema „Inklusive Pädagogik“ nach Japan zu organisieren und zu leiten (Fachdelegation A1).
Das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin (JDZB) führt im selben Zeitraum ebenfalls im Auftrag des BMFSFJ ein weiteres Fachkräfteprogramm mit dem Schwerpunkt „Soziale Arbeit für Kinder und Jugendliche im sozialen Nahraum“ durch (Fachgdelegation A2). Informationen hierzu erteilen Frau Miura (nmiura@DontReadMejdzb.de) und Frau Makino (hmakino@DontReadMejdzb.de) vom JDZB.

Termine

26.02.2016 Anmeldeschluss (Auswahl und Benachrichtigung: bis Mitte März)
09.-10.04.2016 Vorbereitungsseminar im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (für alle Teilnehmenden verbindlich)
14.05.2016 Abflug nach Japan
15.-28.05.2016 Aufenthalt der deutschen Delegation in Japan (inkl. Rückflug)
Einführungs- und Abschlussprogramm voraussichtlich in Tokyo sowie Regionalprogramm einschließlich Familienaufenthalt in einer weiteren Region
13.-26.11.2016 Aufenthalt der japanischen Delegation in Deutschland zum o. g. Thema (Rückbegegnung)
24.-25.11.2016 gemeinsames Seminar für die deutschen und japanischen Fachkräfte in Bonn (für alle Teilnehmenden verbindlich)

Zielsetzungen und Erläuterungen zum Thema

Das Studienprogramm der Fachgruppe A1 zum Thema „Inklusive Pädagogik“ ist seitens der beiden verantwortlichen Ministerien vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über Chancen für junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sowie deren Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und Anerkennung und gleichberechtige Zugangsmöglichkeiten auch zu außerschulischen Bildungsangeboten im Sinne der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vereinbart worden.

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 hat sich Deutschland zur Umsetzung der vollen gesellschaftlichen Teilhabe auf allen Ebenen verpflichtet. Dazu gehört auch die Gewährleistung eines inklusiven Bildungssystems auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen. Dies wird im „Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen“ (2013) festgeschrieben, in dem der „Ausbau inklusiver Bildung und hochwertiger Bildung und Ausbildung für alle“ besonders hervorgehoben wird. „Bildung trägt zur Persönlichkeitsentfaltung bei und schafft die Voraussetzungen für selbstbestimmte und aktive gesellschaftliche Teilhabe.“ Dies gilt auch für außerschulische Bildungsangebote.

Auch in Japan ist die Diskussion über die Umsetzung einer inklusiven und integrativen Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Die japanische Regierung hat im Jahr 2014 die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Der Unterzeichnung ist ein intensiver Diskurs auf den verschiedenen Ebenen über Möglichkeiten zur Förderungen der gesellschaftlichen Teilhabe und Anerkennung von Menschen mit Beeinträchtigungen und der Gestaltung einer „Gesellschaft für Alle“ vorangegangen.

Ziel des Studienprogramms ist es, die aktuelle Diskussion in Japan zum Thema „Inklusive Pädagogik“ zu erfassen und inklusive Ansätze zu beleuchten, um Impulse für die deutsche Fachdiskussion und Fachpraxis zu gewinnen. Dabei stehen insbesondere die folgenden Fragestellungen im Fokus:

  • Welche Erfahrungen gibt es mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Japan? Welche innovativen Ansätze wurden zur Förderung einer inklusiven und integrativen Gesellschaft in Japan entwickelt?
  • Was wird in Japan unter „Inklusiver Pädagogik“ verstanden und wie wird diese umgesetzt? Welche Strategien für die Umsetzung von Inklusion gibt es für außerschulische Bildungsangebote?
  • Welche Impulse können hieraus für die Entwicklung inklusiver Ansätze in der (internationalen) Jugendarbeit in Deutschland gewonnen werden?
  • Welche Ansätze für eine vertiefende Kooperation gibt es zwischen Akteuren in Japan und Deutschland?

Die Ergebnisse aus dem Studienprogramm sollen in die Diskussionen des IJAB-Projektes „VISION:INKLUSION – Entwicklung einer Inklusionsstrategie für die Internationale Jugendarbeit“ (www.vision-inklusion.de) und in die Zwischentagung des Projektes einfließen. Ziel des Projektes ist es, den Diskurs über die inklusivere Gestaltung der (internationalen) Jugendarbeit zu befördern und eine Gesamtstrategie zu inklusiven Ansätzen in der (internationalen) Jugendarbeit zu entwickeln. Denn die Angebote der internationalen Jugendarbeit sollten gleichermaßen auch für junge Menschen mit Beeinträchtigungen offen sein. Die Erfahrungen aus dem Studienprogramm in Japan können bei der „Entwicklung der Inklusionsstrategie für die Internationale Jugendarbeit“ wichtige fachliche Impulse aus dem internationalen Kontext geben.

Zielgruppe

Zielgruppe des Austausches sind haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte und Multiplikator(inn)en von freien und öffentlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, die im Arbeits- und Themenbereich „Inklusive Pädagogik“ theoretisch und/oder praktisch verantwortlich arbeiten. Die Teilnehmer(innen) müssen in der Lage sein, die gewonnenen Facherfahrungen über ihren persönlichen beruflichen Nutzen hinaus so aufzubereiten, dass interessiertes Fachpublikum in Deutschland von den gewonnenen Erfahrungen ebenfalls profitieren kann.

An der deutschen Delegation werden maximal acht Personen sowie ein(e) IJAB-Vertreter(in) teilnehmen. Zusammen mit der gleich großen Fachdelegation A2 des JDZB bilden die maximal 18 deutschen Teilnehmenden eine Gesamtdelegation.

Programmstruktur

Die Gesamtdelegation bestehend aus den beiden Fachgruppen von IJAB und vom JDZB wird sowohl das verbindliche Vorbereitungstreffen vom 09.-10. April 2016 in Berlin (mit gemeinsamen sowie spezifischen Arbeitseinheiten für jede Themengruppe), als auch die Reise nach Japan und zurück gemeinsam durchführen. Zu Beginn und Ende des Programms gibt es zudem ein gemeinsames Einführungs- und Auswertungsseminar (voraussichtlich in Tokyo).

Das jeweils spezifische Studienprogramm zu den oben angeführten Themenfeldern der Fachgruppen A1 und A2 erfolgt getrennt in jeweils einer Region oder Stadt (i. d. R. außerhalb von Tokyo) für ca. sechs Tage. Für den fachlichen Erfahrungsaustausch sind während des Programms sowohl Fachvorträge, Projektbesuche, Diskussionsrunden sowie Workshops zur Vertiefung des Themas geplant. Ein weiterer Teil des Programms wird ein 1-2-tägiger Familienaufenthalt mit Übernachtung(en) sein.

Wesentlicher Bestandteil des Austausches ist das gemeinsame Seminar für die deutschen und japanischen Fachkräfte vom 24.-25. November 2016 in Bonn anlässlich des Besuches der japanischen Fachkräfte in Deutschland. Die aktive Mitwirkung der deutschen Teilnehmenden bei der Gestaltung der Rückbegegnung für die japanischen Fachkräfte im November in Deutschland wird begrüßt.
Mit der Durchführung des Programms in Japan wird voraussichtlich die National Institution for Youth Education (NIYE), die japanische Partnerorganisation vom JDZB und von IJAB, beauftragt. Ein erster Programmvorschlag wird von japanischer Seite erstellt. Ergänzende Programmwünsche der deutschen Delegationsteilnehmenden werden nach dem Vorbereitungstreffen von IJAB mit der japanischen Partnerorganisation abgestimmt.

Kosten und Leistung

Das deutsch-japanische Studienprogramm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe wird aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes finanziell gefördert. Die Eigenbeteiligung beträgt für die deutschen Teilnehmer(innen) Euro 950,-. Unter Einbeziehung dieses Betrages erstrecken sich die Leistungen im Rahmen dieses Programms auf

  • Unterkunft, Verpflegung und falls erforderlich Fahrtkostenzuschuss in Höhe von maximal Euro 130,- für das Vorbereitungsseminar im April in Berlin
  • Hin- und Rückflug (inkl. Zubringerflügen oder Bahnanreise), Economy Class nach Japan
  • Kosten für Fahrten, Besichtigungen, Vorträge usw. im Rahmen des offiziellen Programms
  • Unterkunft (teils in Einzel-, teils in Mehrbettzimmern) und Vollverpflegung in Japan
  • Unterkunft, Verpflegung und falls erforderlich Fahrtkostenzuschuss in Höhe von maximal Euro 130,- für das Fachkräfteseminar im November in Bonn

Nicht in den Programmleistungen eingeschlossen sind Aufwendungen für den persönlichen Bedarf in Japan einschließlich Gastgeschenke für die Programmpartner und Gastfamilien. Ebenso weisen wir darauf hin, dass IJAB keine Versicherungskosten (Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Reisegepäckversicherung) übernimmt. Nähere Informationen hierzu folgen auf dem Vorbereitungstreffen (siehe auch „Teilnahmebedingungen“).
Eine Erstattung der Fahrtkosten für öffentliche Bedienstete ist nicht möglich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an IJAB.

Förderungswürdigkeit

Das deutsch-japanische Studienprogramm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe 2016 gilt als staatspolitisch und jugendpflegerisch förderungswürdig im Sinne der Richtlinien für den Kinder- und Jugendplan des Bundes. Die Teilnahmevoraussetzungen entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen des Bundes und der Länder für die Gewährung von Arbeitsbefreiung für Jugendpflegezwecke. Entsprechende Bescheinigungen zur Vorlage bei Arbeitgebern, Ausbildungsstätten usw. können den fest angemeldeten Teilnehmenden auf Anforderung zugeschickt werden.

Bewerbung

Von allen Interessierten muss das vollständig ausgefüllte und von der Entsendestelle und/oder der IJAB-Mitgliedsorganisation unterzeichnete Anmeldeformular bis zum 26. Februar 2016 bei IJAB eingegangen sein. Für die Teilnahme am Programm bittet IJAB zu beachten:

  • Die Teilnehmenden sollen als Vertreter(innen) ihres Verbandes, ihrer Organisation/Einrichtung oder ihrer Jugendbehörde über umfassende Kenntnisse der Kinder- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland sowie des zu behandelnden Programmthemas verfügen.
  • Die im Rahmen der Gruppe gewonnenen fachlichen und persönlichen Erfahrungen sollen im Anschluss an das Programm zusammengefasst und in einem ausführlichen Gesamtbericht der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die diesbezüglichen Einzelheiten werden während des Vorbereitungsseminars besprochen.
  • Die Teilnehmenden sollen sich durch länderkundliches Selbststudium auf den Aufenthalt in Japan vorbereiten und über ausreichende Konversationskenntnisse in der englischen Sprache verfügen. Die offiziellen Programmteile werden Japanisch-Deutsch gedolmetscht.
  • Ehepartner(innen) können nicht berücksichtigt werden.

Bis Mitte März werden die Bewerber(innen) über den Ausgang der Teilnehmendenauswahl informiert.

Wichtig: Besonders ausführlich sollte auf die fachlichen Erfahrungen und Erwartungen sowie auf die Multiplikationsmöglichkeiten (Seite 2 des Anmeldeformulars) eingegangen werden, weil diese die Grundlage für die Auswahl der Teilnehmenden durch das BMFSFJ und IJAB bilden und für die spezifizierte inhaltliche Gestaltung der Programme notwendig sind. Diese Seiten sind entsprechend bitte auf Englisch auszufüllen, weil sie gleichzeitig an die japanische Partnerorganisation weitergeleitet werden.

>> Informationen zum Studienprogramm zum Download als PDF
>> Anmelderformular zum Download als PDF


Für weitere Informationen stehen Ihnen Dorothea Wünsch (wuensch@DontReadMeijab.de; Tel.: 0228 9506-101) und Timo Herdejost (herdejost@DontReadMeijab.de; Tel.: 0228 9506-130) gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Kooperation mit Japan finden Sie auf der IJAB-Homepage.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0


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