Dorothea Wünsch

Soziale Aktivitäten und bürgerschaftliches Engagement

Deutsch-Japanisches Fachkräfteprogramm – Programm des Büros des japanischen Ministerpräsidenten „Young Core Leaders of the Civil Society Groups Development Program“, vom 07.02-22.02.2011 in Japan

BildImage: Marcus Fink

Auf Initiative des Cabinet Office (Büro des japanischen Ministerpräsidenten) fand vom 07.02.- 22.02.2011 das Programm: “ FY2010 Young Core Leaders of the Civil Society Groups Development Program” in Japan statt. Dreizehn deutsche Fachkräfte aus den Bereichen Arbeit mit älteren Menschen, Menschen mit Behinderung und Jugendarbeit wurden eingeladen, gemeinsam  mit Fachkräften aus Neuseeland, Großbritannien und natürlich aus  Japan in einem multilateralen Austausch Ansätze und Entwicklungen zu diskutieren.

Das Austauschprogramm war in zwei große Blöcke geteilt. In der ersten Woche fand das „NPO Management Forum“  in Tokio statt und in der zweiten Woche, aufgeteilt nach den jeweiligen Bereichen, ein „Local Program“: Für die Gruppe Aktivitäten mit älteren Menschen in der Präfektur Shimane, für die Gruppe Aktivitäten für Menschen mit Behinderung in der Präfektur Miyagi und für die Gruppe Jugendarbeit in der Präfektur Kumamoto.

Im „NPO Management Forum“ bearbeiteten im Bereich des Projektmanagements gemischte Gruppen folgende Themen:

1. Projektentwicklung unter Berücksichtigung der Bedarfe

2. Öffentlichkeitsarbeit in Projekten

3.  Finanzierung von Projekten

Neben Einrichtungsbesuchen und Inputreferaten als Auftakt des Forums, waren die Diskussionsrunden in Kleingruppen ein Schwerpunkt. In den Arbeitsgruppen fand ein reger Austausch, z.B. über  Managementmodelle, statt. Schnell wurden internationale Standards ermittelt und auch neue länderspezifische Modelle vorgestellt. So gab es sehr nützliche Anregungen und Ideen. In Präsentationen wurden die Diskussionsergebnisse aufbereitet und in einem abschließenden Statement an das Cabinet Office weitergegeben.

Beim „Local Program“ der Gruppe „Jugend“ in Kumamoto, wurde der Fokus auf die Entwicklung von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in NPOs, sowie auf die Implementierung des nationalen „Act on Promotion of Development and Support for Children and Young People“ gerichtet. Der „Act“ wurde im April 2010 von der japanischen Regierung verabschiedet und hat eine zentrale Bedeutung in der Entwicklung der Jugendarbeit in Japan.

Netzwerkarbeit ist eine Säule: Durch den Auf- und Ausbau systematisch bis auf Lokalebene, sollen vor allem auch  kleine Träger erreicht und ein fachlicher Austausch untereinander und damit auch die Weiterentwicklung des Non-Profit-Sektors angestoßen werden. Für NPOs ergeben sich gute Chancen sich im Rahmen der Umsetzung eine gute Position in der Jugendarbeitsstruktur zu verschaffen.

Auch hier gab es interessante Inputreferate und informative Einrichtungsbesuche  in der Region. Die Strukturen der Netzwerke vor Ort und deren Entwicklung wurden vorgestellt und diskutiert. Beeindruckend für die ausländischen TeilnehmerInnen war bei den Einrichtungsbesuchen mit welchem Engagement und  Werthaltung so wichtige Arbeit für die Kinder und Jugendlichen geleistet wird.

Den Abschluss des Besuches in Kumamoto bildete das „local seminar“. Hier wurde vor allem die Entwicklung und Qualifizierung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen in den NPOs diskutiert. So fand vor allem die in  Deutschland fest implementierte Jugendleitercard „Juleica“ und die regionale Umsetzung der Qualifizierung sehr großes Interesse bei den japanischen, aber auch neuseeländischen und britischen TeilnehmerInnen.

In beiden Teilen des Programms gab es einen intensiven Austausch. Es gab die Möglichkeit wichtige Kontakte zum Aufbau von Netzwerken untereinander, aber auch multilateral zu knüpfen. Angestoßene Diskussionen können via Email und Chat weitergeführt werden, so dass ein nachhaltiger Austausch und Nutzen aus dem Programm für alle Beteiligten bestehen bleibt.

Nicht nur bei der Organisation und Durchführung dieses Programms, sondern auch im Verlauf der Veranstaltungen wurde schnell deutlich, dass es zwar auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Systeme und kulturelle Hintergründe in den teilnehmenden Ländern gibt, aber auch viele Parallelen. Wertvolle Erkenntnisse, Ideen und Informationen konnte die deutsche Delegation mitnehmen, die es nun gilt für die tägliche Arbeit  zu übertragen und zu nutzen. Darüber hinaus nehmen die Delegierten aus Deutschland Erinnerungen an ein überaus gastfreundliches Land und an warmherzige Menschen mit nach Hause, die sich für einen offenen und fruchtbaren (J fruitful) Austausch unter den Nationen engagieren.

Anne Polinsky, miteinanderleben e.v. / Marcus Fink, Kreisjugendring München-Land



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