Natascha Schmitt

Eurodesk-Jahrestagung 2018: Erfahrungsaustausch und Ideenschmiede

Am 25. April 2018 kamen 40 Eurodesk-Partner aus ganz Deutschland in Bonn zusammen, um im Rahmen der Jahrestagung des deutschen Eurodesk-Netzwerks drei Tage lang intensiv über die Netzwerkarbeit, die Mobilitätsberatung sowie die einzelnen Mobilitätsprogramme zu diskutieren. Die Partnerorganisationen umfassen verschiedene Einrichtungen wie beispielsweise Europe Direct-Stellen, Jugendhäuser, Jugendinformationszentren, Stadt- und Landesjugendringe.

BildImage: IJAB | Hänisch

Bereits im Morgengrauen brachen einige Partner auf, um pünktlich das Tagungshaus CJD in Bonn zu erreichen. Dass die Teilnehmenden weite Strecken auf sich nehmen mussten, ist kein Zufall, denn das deutsche Eurodesk-Netzwerk erstreckt sich von Ravensburg bis Kiel und gewährleistet auf diese Weise eine bundesweit nahezu flächendeckende Mobilitätsberatung. Während einige Partner bereits seit längerem im Netzwerk aktiv sind, war es für andere die erste Jahrestagung.

Das Europäische Solidaritätskorps – Sorgenkind und Hoffnungsträger

Die diesjährige Jahrestagung startete nach der offiziellen Begrüßung und einer anekdotenreichen Vorstellungsrunde mit einem aktuell vieldiskutierten Thema. Karin Schulz von JUGEND für Europa, der Nationalen Agentur Erasmus+ JUGEND IN AKTION, berichtete über den aktuellen Stand des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) und stand anschließend gemeinsam mit Axel Stammberger vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Teilnehmenden Rede und Antwort. Wie hoch der Bedarf an konkreten und gesicherten Informationen ist, die in der tagtäglichen Beratungsarbeit genutzt werden können, zeigten die vielen Fragen aus dem Netzwerk. Welche Rolle spielen Entsendeorganisationen? Wie können Jugendliche bei der Registrierung im ESK-Portal Hilfe bekommen? Und was ändert sich eigentlich genau im Bereich der Freiwilligentätigkeiten? Diese waren nur einige der Fragen, die den Eurodesk-Partnern auf den Nägeln brannten.

Im Anschluss an die Präsentation von Andreas Klünter von JUGEND für Europa, der Neuigkeiten zum EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION vorstellte, waren die Eurodesk-Partner an der Reihe. Mithilfe kurzer Präsentationen informierten einzelne Teilnehmende das Netzwerk über aktuelle Projekte und neue lokale Initiativen. Von der Entwicklung von Online-Badges zur Zertifizierung interkultureller Lernerfahrungen durch GOEUROPE! über das Konzept der Selbstzahler-Freiwilligendienste als Alternative zu kommerziellen Angeboten und der Idee der Fernwehlots(inn)en bis hin zum Einblick in die Quifd-Zertifizierung von Freiwilligendiensten – die Berichte der Partner waren interessant und vielfältig.

Am Abend stand der Besuch von „Escape Rooms“ auf dem Programm. Im Team von 4-6 Personen müssen in 60 Minuten verschiedene Rätsel gelöst und Codes geknackt werden, um so dem Geheimnis der Räume auf die Spur zu kommen. In Kleingruppen rätselte sich das Netzwerk durch die verschiedenen Räume, was nicht nur Spaß machte, sondern auch das Teambuilding unterstützte.

Kreativität und Erfahrungsaustausch

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der interaktiven Arbeit und des Erfahrungsaustauschs. Ein Sketchnotes-Workshop brachte den Teilnehmenden die Möglichkeit näher, Zeichnungen zur Visualisierung bestimmter Themen zu nutzen und verdeutlichte, dass man nicht künstlerisch tätig sein muss, um sich kreativ auszudrücken. In Workshops zur Beratung von Eltern und zu Work & Travel-Aufenthalten wurden Erfahrungen ausgetauscht und Beratungsmöglichkeiten ausgearbeitet. Die Teilnehmenden vertieften in Workshops die bereits am Vortag vorgestellten Projekte der Selbstzahler-Freiwilligendienste und der Fernwehlots(inn)en. Im Workshop zu Social Media und Kommunikation wiederum diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Entwicklungen und Trends im Bereich Social Media und tauschten sich darüber aus, wie Jugendliche und junge Erwachsene damit noch gezielter angesprochen werden können.

Um eine spezifische Zielgruppe ging es im Workshop „Inklusive und barrierefreie Beratung zu Auslandsaufenthalten für Menschen mit Beeinträchtigung bzw. Behinderung“. Franziska Koch von bezev – Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V., einem Kooperationspartner des Eurodesk-Netzwerks, erarbeitete mit den Beteiligten Möglichkeiten der barrierefreien Beratung und wies auf Probleme hin, die es im Hinblick auf bestimmte Mobilitätsformate noch zu bewerkstelligen gibt.

Der dritte und letzte Tagungstag startete mit einer Präsentation der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV). Klaus Münstermann gewährte den Eurodesk-Partnern einen Einblick in seine alltägliche Arbeit und wies auf Kooperationsmöglichkeiten zwischen ZAV und Eurodesk hin. Was es Neues bei Eurodesk Deutschland gibt, erfuhren die Partner im Anschluss von den Projektkoordinator(inn)en Robert Helm-Pleuger, Natascha Schmitt, Melanie Welters und Annette Westermann. Die europäische Perspektive rückte im Anschluss daran in den Mittelpunkt: Zsolt Marton von Eurodesk Brussels Link war angereist und informierte das deutsche Netzwerk über die neusten Entwicklungen auf europäischer Ebene. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen machten sich die Teilnehmenden wieder in alle Himmelsrichtungen auf den Weg. Was sie mitnahmen, waren viele neue Ideen und Kontakte.

Die Jahrestagung – ein Highlight

Die Eurodesk-Jahrestagung sei „immer ein Highlight“ wurde im Rahmen der Evaluation hervorgehoben. Vielleicht ist es gerade der besondere Charakter der Arbeit innerhalb des Netzwerks, der diese Tagungen dazu macht. Gemeinsame Projekte werden auf den Weg gebracht und Erfahrungen ausgetauscht, man trifft sich wieder und wächst als Netzwerk mehr und mehr zusammen – beste Voraussetzungen also, um weiter erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung – nicht kommerziell CC BY-NC 4.0


Eurodesk-Jahrestagung 2018

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