Natascha Schmitt

Eurodesk veröffentlicht Positionspapier zum rechtlichen Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps

Das Europäische Solidaritätskorps (ESK) ist eine neue Initiative der Europäischen Union, deren Ziel es ist, die Solidarität in Europa zu stärken. Dazu soll das ESK Möglichkeiten für junge Menschen schaffen, sich im Rahmen von Freiwilligen- und Beschäftigungsprojekten in ihrem eigenen Land oder im europäischen Ausland zu engagieren. Nachdem die Europäische Kommission dem Parlament und dem Rat einen Vorschlag zum rechtlichen Rahmen für das Solidaritätskorps unterbreitet hat, hat das Europäische Jugendinformationsnetzwerk Eurodesk ein weiteres Positionspapier zum ESK veröffentlicht. Es liegt nun auch in deutscher Sprache vor.

BildImage: EU KOMM

Umfassende Information und Beratung erforderlich

Das Interesse am Solidaritätskorps ist enorm. Ebenso die Nachfrage nach Information und Beratung zur neuen Initiative – von Seiten junger Menschen, von Organisationen, aber auch von erfahrenen Informationsanbietern. Jugendliche können sich über ein Online-System, angesiedelt auf dem Europäischen Jugendportal, für das ESK registrieren. So haben sich im vergangenen Jahr nicht nur 41.000 junge Erwachsene angemeldet, Eurodesk hat seitdem auch tausende Anfragen von Interessierten beantwortet – persönlich und über verschiedene Online-Kanäle, wie beispielsweise den „Frag uns“-Button auf dem Europäischen Jugendportal. Eurodesk sieht im Vorschlag zum rechtlichen Rahmen des ESK viele Fragen unbeantwortet. Insbesondere werde ein innovativer und umfassender Ansatz zum Informationsangebot benötigt, mit dem klaren Anspruch, junge Menschen – insbesondere – benachteiligte Gruppen, zu erreichen. Mit Präsenz in allen Programmländern und Koordination auf europäischer Ebene durch das Büro in Brüssel ist das Eurodesk-Netzwerk gut aufgestellt, um Anfragen zu beantworten und Informationen zu Finanzierung, Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum ESK bereitzustellen.

Mehr junge Menschen erreichen

Um das ESK zu einem Erfolgsprojekt zu machen, ist es unerlässlich, auf die Erfahrung von Eurodesk zurückzugreifen. Als europäisches Netzwerk verfügt Eurodesk über einschlägige Erfahrung, Erasmus+ (insbesondere den Europäischen Freiwilligendienst) bei jungen Menschen und Multiplikator(inn)en bekannt zu machen. Darüber hinaus besitzt Eurodesk ein spezialisiertes Informationsangebot zum Thema Jugendmobilität und umfangreiches Know-How im Umgang mit jungen Menschen. So kann Eurodesk einen bedeutenden Mehrwert bei der Umsetzung und Entwicklung des Solidaritätskorps bieten. Eine weitere Möglichkeit Jugendliche zu erreichen ist das Europäischen Jugendportal, für dessen redaktionelle Betreuung Eurodesk zuständig ist. Das Portal stellt bereits jetzt eine Anlaufstelle für junge Menschen dar, die mehr über Mobilitätsmöglichkeiten erfahren wollen. Aus diesem Grund plädiert Eurodesk dafür, das Portal des ESK auf dem Europäischen Jugendportal zu belassen und diese einzigartige Möglichkeit für eine Modernisierung des Europäischen Jugendportals zu nutzen, mit der vollen Unterstützung des Eurodesk-Netzwerks und unter Beteiligung der nationalen Jugendorganisationen.  

Inklusion sicherstellen

Eurodesk begrüßt im Positionspapier, dass die Europäische Kommission einige Anmerkungen  bezüglich des Themas Inklusion in ihren Vorschlag zum rechtlichen Rahmen des ESK aufgenommen hat, insbesondere die Möglichkeit, Plätze lokal und kurzfristig vermitteln zu können. Um Inklusion im Rahmen des ESK zu gewährleisten, ist es wichtig, durch professionelle und kompetente Informations- und Unterstützungsmechanismen sicherzustellen, dass das Programm auf den Grundsätzen von Qualität und Gleichberechtigung basiert.

Entsendeorganisationen erhalten

Eurodesk zeigt sich besorgt über den Vorschlag, die essenzielle Verwaltungskomponente der Entsendeorganisationen zu entfernen. Basierend auf 27 Jahren Erfahrung in der Förderung junger Menschen, erkennt das Netzwerk die wichtige Rolle von Entsendeorganisationen und ihrer Verantwortung bei der Unterstützung und Vorbereitung der Jugendlichen an. Wird die Struktur der Entsendeorganisationen abgeschafft, ohne dass ein alternativer Unterstützungsmechanismus eingesetzt wird, würden die Freiwilligenerfahrungen vieler Jugendlicher gefährdet.

Markenbildung des EFD und geografischen Rahmen im ESK beibehalten

Eurodesk bedauert ausdrücklich die Entscheidung, die Teilnahme am Solidaritätskorps auf die 28 EU-Mitgliedsstaaten zu begrenzen.* Zum einen wird dadurch eine negative politische Botschaft an die Partnerländer von Erasmus+ gesendet. Zum anderen ergibt sich daraus ein Risiko für Kohärenz und Klarheit der Initiative. Insbesondere der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist davon betroffen, da dieser letztlich in zwei verschiedene Programme mit unterschiedlichen Namen und geografischen Reichweiten aufgeteilt wird. Es wird nicht leicht, dies der Zielgruppe des ESK zu erklären. In dem der Name des Programms geändert wird, kann das Solidaritätskorps außerdem nicht auf der Markenbildung aufbauen, die sich für den EFD in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat. Multiplikator(inn)en der Jugendarbeit kennen dieses Programm sehr gut. Der Verlust des Namens EFD wird zu einem Verlust auf Ebene der Markenbildung und Sichtbarkeit führen. Daher fordert das Netzwerk die Markenbildung des EFD sowie den geografischen Rahmen im ESK beizubehalten. Eurodesk schlägt vor, die Marke EFD als Unteraktion des ESK-Programms weiterzuführen.

Link zur englischsprachigen Stellungnahme: bitte hier klicken!

Link zur deutschsprachigen Stellungnahme: bitte hier klicken (pdf)!


*Zwischenzeitlich hat sich der EU-Jugendministerrat in seiner Position zu dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Rechtsrahmen des ESK darauf verständigt, dass der geografische Rahmen für die Freiwilligenaktivitäten des Solidaritätskorps mit Erasmus+ JUGEND IN AKTION übereinstimmen soll. Somit sollen sich nicht nur die 28 Mitgliedstaaten der EU, sondern auch Beitrittsländer, EFTS Länder, Partnerländer und ggf. auch die Schweiz am Programm beteiligen können.



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