Christian Herrmann

Interesse von Jugendlichen an Auslandsaufenthalten ist ungebrochen

Eurodesk Deutschland und seine regionalen Servicestellen haben 2012 insgesamt rund 66.000 Jugendliche, Eltern, Multiplikator(inn)en sowie Trägerorganisationen beraten und über Mobilitätschancen und Fördermöglichkeiten informiert. Dies sind 5.000 oder knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig registriert das Beratungsnetzwerk einen steigenden Bedarf an Mobilitätsprogrammen für unter 18-Jährige.

„Heute können sich junge Menschen deutschlandweit bei 45 Eurodesk Servicestellen persönlich zu Auslandsaufenthalten beraten lassen. So konnten wir auf den immer noch steigenden Beratungsbedarf reagieren“, freut sich Eurodesk-Projektkoordinator Robert Helm-Pleuger.

Die beliebtesten Programmarten waren erneut Freiwilligendienste, Jobs und Praktika im Ausland. Großbritannien, USA und Frankreich erfreuten sich im Jahr 2012 als Zielländer der größten Beliebtheit.

Bei einem solchen Auslandsaufenthalt können junge Menschen viel lernen. „Ich bin während dieses Jahres sehr selbstständig geworden und habe gelernt mein Leben alleine zu organisieren. Auch habe ich keine Hemmungen mehr auf fremde Leute zuzugehen und mich mit ihnen zu unterhalten. Darüber hinaus habe ich gelernt, Probleme in der Gruppe konstruktiv anzusprechen und nicht so, dass es zu Streit führt oder gar andere verletzt. Außerdem glaube ich geduldiger geworden zu sein“ sagt Katharina (19), die ein Jahr in Spanien verbracht hat.

Über die Hälfte der Ratsuchenden (52%) interessierten sich für einen Auslandsaufenthalt nach dem Schulabschluss. Hier gibt es jedoch ein ganz aktuelles Problem: „Durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums sind inzwischen selbst Abiturientinnen und Abiturienten häufig erst 16 oder 17 Jahre alt. Doch uns sind derzeit leider keine Anbieter bekannt, die einen geförderten Freiwilligendienst für sechs bis zwölf Monate für unter 18-Jährige anbieten“, erklärt Robert Helm-Pleuger, Projektkoordinator von Eurodesk Deutschland.

Die meisten Anbieter längerfristiger Mobilitätsprogramme setzen das Mindestalter 18 Jahre voraus. „Wir empfehlen in solchen Fällen kürzere Auslandsprogramme wie z.B. zwei- bis vierwöchige Workcamps und Jugendbegegnungen, die auch 16- und 17-Jährigen offen stehen. Möglich ist auch einen Jugendfreiwilligendienst in Deutschland anzufangen und ihn dann mit Erreichen des 18. Lebensjahrs im Ausland fortzusetzen“, erläutert Helm-Pleuger.

„Internationale Jugendbegegnungen haben nachweisbar positive Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung und beruflichen Perspektiven. Das große Interesse freut uns und ist gleichzeitig Ansporn, in unserem Engagement für mehr Mobilitätsberatung nicht nachzulassen“, so Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB.

Link zur Beratungsstatistik 2012: www.rausvonzuhaus.de/downloads/Presseartikel/Beratungsstatistik%202012.pdf



Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter