Stephanie Bindzus

Learning-by-Leaving-Konferenz 2018: Europäische Mobilitätsberatung auf dem Weg in die Zukunft

Wenn über 100 Expertinnen und Experten der Mobilitätsberatung aus ganz Europa zusammenkommen, heißt das, aus geballtem Wissen und Erfahrungen zu schöpfen. Und es heißt auch, mit Leidenschaft, Ideenreichtum und jeder Menge Spaß die Zukunft der Mobilitätsberatung zu gestalten. Der Schlüssel hierzu ist so einfach wie wirkungsvoll: Gegenseitiges Kennenlernen, good practices austauschen und aus Bestehendem gemeinsam Neues entwickeln.

BildImage: Marcus Gloger

Dass María José Arias Fernandez ihren Job liebt und von der Bedeutung des internationalen Austauschs überzeugt ist, merkt man der energischen Spanierin sofort an. „Es ist sehr wichtig, dass wir die Gemeinsamkeiten unserer Netzwerke herausfinden und Synergien nutzen, damit wir die Mobilität in Europa voranbringen. Je mehr wir gemeinsam auf die Beine stellen, desto besser.“, erklärt die Leiterin von Eures Spanien. Deshalb ist sie zur Learning-by-Leaving-Konferenz angereist, die vom 19. bis 21. November in Köln stattfand und die der Auftakt für eine Reihe von Learning-by-Leaving-Konferenzen in den nächsten Jahren bildete.

„Learning by Leaving“ ist die Konferenz der vier großen europäischen Mobilitäts-Netzwerke, die im Bereich Information und Beratung aktiv sind: Euroguidance, Eurodesk, EURES und Europass. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit und vorhandene Synergien besser zu nutzen.

„Auch wenn wir alle unterschiedliche Zielgruppen haben, verfolgen wir doch dieselbe Absicht, nämlich Mobilität in Europa zu fördern“ erläutert Mitorganisator Robert Helm-Pleuger von Eurodesk Deutschland.

„Die Beratungsfachkräfte der jeweiligen Netzwerke spielen hierbei eine wichtige Rolle. In Köln haben sie die Möglichkeit sich fachlich auszutauschen, voneinander zu lernen und sich untereinander besser zu vernetzen“ erklärt Ilse Lore Schneider, Koordinatorin Euroguidance Deutschland. Isabel Götte von Europass Deutschland ergänzt: „Es geht nicht nur um gegenseitige Information, sondern es sollen auch gemeinsame Projekte entstehen. Und wir freuen uns sehr, dass 2019 in Italien und 2020 in Österreich Folgekonferenzen stattfinden werden, so dass die Netzwerke daran weiter zusammenarbeiten können“.

Zum Konferenzauftakt lieferten Dr. Wolfgang Müller, Geschäftsführer Europäische Zusammenarbeit und Leiter des deutschen Euroguidance Zentrums der Bundesagentur für Arbeit, sowie Prof. Dr. Birte Nienaber von der Universität Luxemburg reichlich Food for Thought:

Dr. Müller skizzierte, wieso in einer von Unbeständigkeit (volatility), Unsicherheit (uncertainty), Komplexität (complexity) und Mehrdeutigkeit (ambiguity) geprägten „VUCA-World“ es unerlässlich ist, sich auch in der Informations- und Beratungsarbeit auf Megatrends und den globalen Wandel einzustellen und bestehende Konzepte zukunftsweisend weiterzuentwickeln.

Mit den Ergebnissen des „MOVE“-Projektes stellte Frau Dr. Nienaber anschließend wichtige Fakten und Erkenntnisse zur Mobilität junger Menschen in Europa vor. Die mehrjährige europaweite Studie untersuchte quantitativ und qualitativ sechs verschiedene Arten von Mobilität, nämlich von Studierenden, von Auszubildenden, von Schüler(inne)n, von freiwilligen Helfer(inne)n, von Arbeitskräften und von Unternehmer(inne)n. MOVE ermittelte die Faktoren, die Mobilität fördern oder verhindern und erarbeitete für jeden Bereich zahlreiche Handlungsempfehlungen.

Foren zu den aktuellen relevanten Entwicklungen auf EU-Ebene wie der zweiten Runde von „DicoverEU“, den Veränderungen im EURES-Netzwerk und die Weiterentwicklung des Europasses schlossen den ersten Tag inhaltlich ab, bevor es abends die Möglichkeit zum informellen Netzwerken gab.

Im weiteren Konferenzverlauf ging es in Workshops konzentriert und konkret zur Sache: Wie kann die Peer-to-Peer-Kommunikation verbessert werden? Wie werden Informations- und Mobilisierungskampagnen wirkungsvoll und schlagkräftig? Welche innovativen Tools bieten sich für die Informations- und Beratungsarbeit und für Zertifizierungen an? Welche Erwartungen existieren seitens der Arbeitgeber an Mobilität? Dabei stand bei allen Workshops im Vordergrund, die Erfahrungen der verschiedenen Netzwerke zusammenzubringen, zu nutzen und gemeinsame Projektideen zu entwickeln. Damit diese nicht im Sande verlaufen, fanden sich Gruppen zusammen, die die einzelnen Vorschläge bis zur nächsten Konferenz weiterverfolgen werden. Welche Ideen dann ausgereift sein werden, wird sich beim nächsten Treffen 2019 in Italien zeigen.

Doch auch jetzt schon können die Organisator(inn)en mehr als zufrieden sein. Das Resümee der Teilnehmenden fällt durchweg positiv aus und im Gepäck nehmen sie jede Menge Anregungen und Ideen für die Arbeit vor Ort mit. So wie zum Beispiel Maria und Zuzana von Euroguidance und Europass Slowakei, die bereits erste gemeinsame Arbeitstreffen planen. Und auch María José aus Spanien denkt derweil schon weiter. „Die vierte LbyL-Konferenz könnte ja vielleicht in Spanien stattfinden“.

Link zur Video-Dokumentation "Learning by leaving": https://learningbyleaving.eu/allgemein/documentation/

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0


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