Evaldas Rupkus

Synopse gibt Einblicke in Mobilitätsberatung

Wer berät in Deutschland Jugendliche und Fachkräfte der Jugendarbeit zu Auslandaufenthalten? Welche Schwerpunkte werden dabei gesetzt, welche Beratungsnetzwerke gibt es und in welcher Form werden die Inhalte vermittelt? Eine Synopse vermittelt dazu erstmals eine Übersicht.

Evaldas Rupkus
IJAB-Projektkoordinator Evaldas Rupkus bei der Vorstellung der Synopse im September 2018 in Berlin BildImage: Christian Herrmann

Im Rahmen des Projektes „Mapping der bestehenden Jugendinformations- und Beratungsdienste für Jugendliche und Fachkräfte zu Mobilitätsfragen in Deutschland“ wurde die räumliche Versorgung mit Informations- und Beratungsdiensten für Jugendliche durch die Erfassung der bestehenden Netzwerke kartografisch dargestellt. Eine Online-Umfrage mit 108 ausgefüllten Fragebögen hat die Dienstleistungen und Kanäle identifiziert. Zwei Fallbeispiele mit 13 halbstrukturierten Interviews und Netzwerkanalysen haben tiefere Einblicke in die Partnerstrukturen vor Ort ermöglicht.

Es wurden 735 Angebote zur Jugendinformation und -beratung zu Mobilitätsfragen in Deutschland erfasst. Unter bit.do/synopse kann die kartografische Darstellung aufgerufen werden.

Unterschiedliche Netwerke haben unterschiedliche Schwerpunkte

Aufgesplittet nach den verschiedenen Netzwerken zeigen sich Unterschiede: Bei den Mobilitätsthemen Au pair, Ferienfreizeiten, Reisen, Auslandsschulaufenthalte und Workcamps berichten Eurodesk und das Jugendinfonetz über eine intensivere Beratung als die übrigen identifizierten Netzwerke. Bei Themen wie Arbeiten und Jobben im Ausland sowie Sprachkurse beraten EURES/Euroguidance intensiver und bei Praktika und berufliche Aus- und Weiterbildung bieten „Berufsbildung ohne Grenzen“, EU-RES/Euroguidance und Eurodesk-Netzwerke die intensivste Beratung von allen. Bei den Freiwilligendiensten liegen Eurodesk, Europe Direct und Jugendinfonetz an der Spitze.

Vielfältige Mediennutzung

Fast alle Befragten nutzen Mail, Telefon und Internetportal als Kanäle für ihre Informations- und Beratungsdienstleistungen. Workshops und Vorträge, Druckmaterialien, Vertretung auf Messen kommen ebenfalls häufig vor. Aufsuchende Aktivitäten in Schulen und Newsletter/Verteiler nutzen über die Hälfte der Befragten. Weniger als die Hälfte nutzen den Peer-to-Peer-Ansatz, sind bei Sport- und Kulturveranstaltungen oder in Jugendclubs, -zentren, -treffs und -verbänden vertreten. 38 % der Befragten berichten über eine Nutzung von Medien [TV, Rundfunk, (Online-)Zeitungen]; von den Social-Media-Kanälen wird Facebook am häufigsten eingesetzt, andere stehen am Ende der Liste: Instagram, WhatsApp, YouTube, Twitter, Chat und weit abgeschlagen Snapchat.

Es mangelt an Ressourcen

Die Fallstudien haben gezeigt, dass die Initiative für die Einrichtung eines Mobilitätsbe-ratungsdienstes von den Jugendinformationsstrukturen ausgeht und nicht von den Kommunen. Diese bieten begleitende Mobilitätsberatung an, wenn die lokalen Partner sich nur auf die Erstberatung einstellen. Sie verfügen aber über zu wenige Ressourcen, proaktiv Jugendliche anzusprechen und beraten nur nach Anfragen oder im Rahmen von Veranstaltungen.
Eurodesk-Angebote werden von lokalen Fachkräften als hilfreich hervorgehoben – besonders die Fortbildungsangebote und Informationsmaterialien.

>> Download „Synopse der bestehenden Informations- und Beratungsdienste für Jugendliche und Fachkräfte zu Mobilitätsfragen in Deutschland 2018“ (PDF)

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0


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