Jill Frenz

Die Gesellschaft muss ihren Nachwuchs auf die Zukunft vorbereiten

„Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ ist mit einem großen Stand auf dem 16. Kinder- und Jugendhifetag vertreten. Was wird dort präsentiert? Jürgen Ertelt, IJAB-Projektkoordinator von „jugend.beteiligen.jetzt“, hat Rede und Antwort gestanden, wie die Eigenständige Jugendpolitik auch digital Wirkung zeigen soll.

Zettel mit den Aufschriften 'Mich fragt ja keiner' und 'meine Meinung zählt nicht'.
BildImage: Jill Frenz

„Wenn wir doch die Zukunft der Gesellschaft sind, sollte diese Gesellschaft uns dann nicht viel besser auf diese Zukunft vorbereiten?“, fragt sich ein 15-jähriges Mädchen im Demo-Film, der in Dauerschleife am Messestand der Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ über den Bildschirm läuft und dessen Arbeit vorstellt: Eigenständige Jugendpolitik, die die Interessen junger Menschen zwischen 12 und 27 Jahren in den Mittelpunkt gesellschaftlichen sowie politischen Handelns stellt.

Überforderung vermeiden

„Angesichts der vielen Möglichkeiten in der Gesellschaft fühle ich mich oft überfordert“ ist das Statement eines anderen Jugendlichen im Film. Hier setzt die eigenständige Jugendpolitik an: Die Gesellschaft braucht die Jugend, weil sie zu Entwicklung und Innovation beiträgt – und die Jugend wiederum braucht eine Gesellschaft, in der sie ihre Interessen und Wünsche realisieren kann, ohne sich von den Möglichkeiten erschlagen zu fühlen. Denn genau das ist in der Jugendphase eine Herausforderung: Junge Menschen gehen in der Lebensphase Jugend entscheidende Schritte in Richtung Selbstständigkeit und entwickeln ihre persönliche Identität  – weshalb dieser Lebensabschnitt Konflikte und Krisen birgt.

Hilfestellung  bei Suche nach dem Platz in der Gesellschaft

Aufgabe der Gesellschaft sollte es deswegen sein, Jugendliche bei der Suche nach ihrem Platz darin  zu unterstützen sowie ihnen Anerkennung, Räume und Zeiten zu geben, damit sie sich zu eigenständigen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln können und zuversichtlich in die Zukunft sehen. Dazu brauchen Jugendliche die Zuversicht, dass diese Zukunft gut zu bewältigen ist. Darunter ist auch die Sicherheit zu verstehen, in eine lebenswerte Gesellschaft hineinzuwachsen – denn aus den Jugendlichen wird diese Gesellschaft bestehen, sie sind die Zukunft.

Praxis digitaler Partizipation und der Dialog mit Menschen

Und genau deshalb sei es wichtig, auf die Bedürfnisse der Jugend als zukünftige Gesellschaft einzugehen, findet auch Projektkoordinator Jürgen Ertelt. Die Messe soll nun dazu genutzt werden, mit Menschen in Dialog zu treten und sie zur Mitarbeit an der Jugendpolitik zu motivieren. In einem Forum hat die Koordinationsstelle während der Messe auch bereits das Projekt „jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis digitaler Partizipation“ vorgestellt: Wie lässt sich gesellschaftliche sowie politische Teilhabe von Jugendlichen durch digitale Partizipation fördern? Diese Frage versucht das Projekt zu beantworten: „jugend.beteiligen.jetzt“ bündelt  Wissen und Erfahrungen  sowie wirksame Methoden auf einer Online-Plattform. Anhand von Beispielen präsentiert diese Plattform gelungene Jugendbeteiligungsprojekte – sodass ein stetig wachsendes Netzwerk für digitale Jugendbeteiligung als Beitrag zu einer jugendgerechten Gesellschaft entsteht. Als besonders wichtiges Ziel der Messepräsenz  sieht Projektkoordinator Jürgen Ertelt das persönliche Gespräch mit den Jugendlichen, um die sich die Arbeit schließlich dreht. Sie sollen auf die eigenständige Jugendpolitik aufmerksam gemacht werden und mit den Koordinatoren in Dialog treten – denn ihre Meinung zählt. Um diese Zielgruppe auf den Messestand aufmerksam zu machen führt die Koordinierungsstelle eine Fotoaktion durch: Messebesucher können sich hier fotografieren und die Aufnahmen anschließend mit selbstkreierten Memes versehen lassen.

Kommentare auf Postkarten sollen provozieren

Bunte Postkarten in verschiedenen Farben machen die Messebesucher ebenfalls auf den Stand aufmerksam: Darauf geschrieben sind klischeehafte provokante Aussagen wie „Mich fragt doch eh keiner“, „Mir doch egal“ oder „Lass mich in Ruhe“ – Statements, die auf keinem Fall das Denken der Jugendlicher dominieren sollten. Deswegen findet die Antwort auf diese Phrasen sich kurz und knapp auf der Rückseite der jeweiligen Postkarte und lautet zum Beispiel auf „Mich fragt doch eh keiner“ ganz klar: „Doch!“



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