Christian Herrmann

„Kommune goes International“ bietet Austausch auf Augenhöhe

Die JiVE-Teilinitiative „Kommune goes International“ verankert die internationale Jugendarbeit in 21 Kommunen und öffnet sie für alle Jugendlichen. Werkstattgespräche greifen das Bedürfnis der Projektpartner nach Austausch und Qualifizierung auf. Das erste regionale Gespräch fand am 18. Und 19. September in Nürnberg statt.

BildImage: Marcus Gloger

Es ist viel Sachverstand, der am Tisch des Nürnberger Tagungshotels versammelt ist. Er speist sich aus den Fachkenntnissen von Kolleginnen und Kollegen aus Kommunalverwaltungen und freien Trägern, die sich lokal zusammengefunden haben, um internationale Jugendprojekte durchzuführen und dabei besonders die jungen Menschen anzusprechen, die bisher von Maßnahmen der internationalen Jugendarbeit wenig profitiert haben – sozial benachteiligte Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund. In den Gesprächsrunden zeigt sich: Die wesentlichen Kenntnisse, um solche Projekte durchzuführen, sind vorhanden – aber sie sind fragmentiert, verteilen sich über die unterschiedlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer , fügen sich erst im fachlichen Austausch zusammen und werden so Allgemeingut.

Mit dieser Zusammenführung von Know-how kommt den Werkstattgesprächen eine wichtige Rolle für die Stärkung der lokalen Partner zu. Sie greifen Bedürfnisse nach Wissen und Information in Form von Impulsreferaten auf und biesten so den notwendigen Raum und Rahmen für Gespräche, die im administrativen und pädagogischen Alltag wenig Raum finden. Das erste Werkstattgespräch für die südliche Hälfte Deutschlands widmete sich der pädagogischen Arbeit mit der Zielgruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, dem Fundraising in der internationalen Jugendarbeit, der Zusammenarbeit mit Schulen und der Öffentlichkeitsarbeit für die im Werden begriffenen Projekte.

Wichtige Schlüsselerkenntnisse sind:

  • Die frühzeitige Einbeziehung von Selbstorganisationen junger Migrantinnen und Migranten kann neue Zugänge zur Zielgruppe öffnen.
  • Fundraising im privaten Sektor hat das Potential öffentliche Förderung zu ergänzen, setzt aber auch intensive Beziehungspflege vor Ort voraus.
  • Die Zusammenarbeit mit Schule kann den Blick von Projektträgern auf die Dimensionen internationaler Jugendarbeit bereichern, setzt aber klare Zielvorstellungen gegenüber der Institution Schule voraus.
  • Öffentlichkeitsarbeit muss als Querschnittsaufgabe in der Kommunikationsgesellschaft von Anfang an mitgedacht werden und erhöht die Chancen, von Bürgerinnen und Bürgern, Jugendlichen, Fachöffentlichkeit, Politik und Verwaltung wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden.

Neben den großen Botschaften gibt es viele kleine Details, die notiert, diskutiert und auf die Anwendung in den eigenen Zusammenhängen hin überdacht werden. „Das sind fast mehr Ideen, als ich umsetzen kann“ befindet ein Teilnehmer. Zu den Inspirationsquellen gehört auch, dass die Werkstattgespräche das Gesamtprojekt für Kommunen und kommunale Initiativen öffnet, die nicht im Kreis der 21 Projekt-Kommunen vertreten sind. Aus dem baden-württembergischen Aalen sind zwei junge Leute einer lokalen Migrantenselbstorganisation angereist, die in Eigeninitiative eine Türkeireise organisiert haben. Ein Jahr lang haben sie für dieses Ziel gearbeitet, das nötige Geld aufgetrieben, Partner akquiriert, das Programm ausgearbeitet und ihr Projekt vor Ort bekannt gemacht. Im kommenden Monat geht es endlich los. Ihr Enthusiasmus wirkt auf alle ansteckend und ermutigend und auch ihre Botschaft wird verstanden: Man kann junge Leute nicht früh genug miteinbeziehen.

Das nächste Werkstattgespräch findet am 16. und 17. Oktober in Bremen statt.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


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