Christian Herrmann

Kommune goes International: Das Netzwerk lernt laufen

„Kommune goes International“, die Initiative mit der Internationale Jugendarbeit auf kommunaler Ebene verankert und für alle Jugendlichen geöffnet wird, geht in eine neue Projektphase. Am 30. April kamen 40 Akteure aus Verwaltungen und freien Trägern in Köln zusammen, um den Start der Netzwerkarbeit zu gestalten.

Netzwerktagung "Kommune goes International", Köln, 30.04.2015
Netzwerktagung "Kommune goes International", Köln, 30.04.2015 BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Seit 2011 hat „Kommune goes International“ (KGI) 21 Kommunen bei der Implementierung internationaler Jugendarbeit beraten, sie dabei unterstützt internationale Maßnahmen in lokalen Entwicklungsplänen und der Jugendhilfeplanung festzuschreiben, Partner für Kooperationsprojekte zusammenzuführen und geeignete Fördertöpfe zu finden. Daraus entstand ein Netzwerk, auf das viele der beteiligten Kommunen nicht verzichten möchten und das zugleich offen für neue Kommunen ist. In der neuen Projektphase wird IJAB das Netzwerk weiter unterstützen.

Eingebettet in jugendpolitische Diskurse

Albert Klein-Reinhardt vom fördernden Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nahm eine Einordnung der Netzwerkaktivität in die laufenden jugendpolitischen Diskurse vor. Diese seien in jüngster Zeit vor allem durch die Eigenständige Jugendpolitik der Bundesregierung belebt worden. Diese wolle man unter dem Motto „vom Reden zum Handeln“ fortsetzen, so dass sie reale Auswirkungen auf die 14 Millionen Jugendlichen in Deutschland habe. Der avisierte „Jugend-Check“, mit dem alle politischen Entscheidungen auf Jugendgerechtigkeit untersucht werden sollen, sei  eine große Herausforderung. Es sei wichtig, die richtige Balance zwischen hohem Anspruch und alltäglicher Anwendbarkeit des Jugend-Checks zu finden. Dennoch sei das Ziel klar, noch in der laufenden Legislaturperiode ein vorzeigbares Ergebnis für die Bundesebene zu präsentieren, welches dann spätestens ab Herbst 2017 zum Einsatz kommen könne. Es sei denkbar und gewollt, dass der Jugend-Check auch Anregungen für Länder und Kommunen gibt.

Ähnliches gelte für die von Jugendministerin  Manuela Schwesig angekündigte Mobilitätsstrategie. Die jugendpolitische Zielsetzung, allen Jugendlichen eine Chance auf grenzüberschreitende Lernerfahrungen zu geben, ließe sich nicht verordnen, so Klein-Reinhardt. Geeignete Maßnahmen würden daher unter Einbeziehung möglichst vieler Akteure, auch der jungen Menschen selbst, entwickelt.

Jörg Freese erinnerte für die kommunalen Spitzenverbände daran, dass die Königsdisziplin der Projektarbeit darin bestünde, Projektergebnisse möglichst vielen zugänglich zu machen. Wer sich im Raum umblickte konnte sich davon überzeugen, dass das Netzwerk von „Kommune goes International“ dabei auf einem guten weg ist. Knapp die Hälfte der Teilnehmer/-innen nahm erstmals an einem KGI-Netzwerktreffen teil. Als Projektkoordinatorin Bettina Wissing die Interessen der Anwesenden abfragte, tauchten bei ihnen alle Fragen auf, die die bisherigen Netzwerk-Kommunen zu Beginn der letzten Projektphase 2011 stellten: Was bedeutet es, mit benachteiligten Jugendlichen zu arbeiten? Welche Qualifizierung benötigt man, um internationale Maßnahmen durchführen zu können? Wo gibt es Fördermittel und wie beantragt man sie? Wie kann man die politische Unterstützung vor Ort sicherstellen?

Peer-Learning nutzt allen

Kann ein Netzwerk mit so unterschiedlichen Erfahrungsständen funktionieren? Andrea Krieger vom Hamburger Landesjugendamt findet ja. „Letztens bekamen wir eine Anfrage wegen eines Fachkräfteaustauschs  von einem Träger, der sich erst seit jüngster Zeit mit internationaler Arbeit beschäftigt“, erinnert sich Krieger. „Die hatten total Recht mit ihrer Frage. Das hat uns Gelegenheit gegeben, unsere Arbeit nochmal zu überdenken“. Peer-Learning und dafür geeignete regionale Vernetzung wird also eine wichtige Rolle in der künftigen Netzwerkarbeit bilden. Krieger hat mit regionaler Vernetzung gute Erfahrungen gemacht. Sie tauscht sich regelmäßig mit Friederike Betge aus Lauenburg aus, eine Kommune, sie sich – im Gegensatz zu Hamburg – erst seit dem Projektstart von KGI vor drei Jahren mit Internationaler Jugendarbeit beschäftigt. „Obwohl wir Konsolidierungsgemeinde sind und kein zusätzliches Geld bekommen“, erzählt Betge, „haben wir Qualifizierungsmaßnahmen durchführen können und sind jetzt sogar Eurodesk-Servicestelle“.

Zentrale Serviceleistungen von IJAB

Die regionale Vernetzung entwickeln die Netzwerkpartner selbst. IJAB wird aber ergänzend weiter zentrale Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören Trainingsseminare, ein Werkstattgespräch, ein Fachkolloquium und ein Fachtag, die sich über das Kalenderjahr verteilen. Kerstin Giebel von IJAB wies auf das Spektrum der Qualifizierungsthemen bei IJAB hin und auf die bestehenden Onlineangebote wie das Innovationsforum Jugend global und das Qualifizierungs- und Beratungsportfolio. Mediale Angebote sind mithin – neben Tagungen, Qualifizierung, telefonischer Beratung  – ein weiteres Standbein der zentralen Dienstleistungen von IJAB für das KGI-Netzwerk. Die Webseite jive-international.de wird neu aufgesetzt werden, die Informationsangebote bei Facebook und Twitter sowie der KGI-Infobrief werden fortgeführt werden.

IJAB ist auch weiter Ansprechpartner für alle Kommunen, die sich der Herausforderung Internationale Jugendarbeit stellen möchten und dabei Beratung und Unterstützung in einem funktionierenden Netzwerk suchen. „Kommune goes International“ ist kein „closed shop“ und steht weiterhin allen Interessierten offen.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


Netzwerktreffen "Kommune goes International", Köln, 30.04.2015

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