Christian Herrmann

Kommune goes International: Ein Schritt weiter für Bildung in Vielfalt

Die Initiative "Kommune goes International" stärkt die internationale Jugendarbeit vor Ort. Vor allem benachteiligte Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden davon profitieren. Während einige der beteiligten Kommunen mit der Erstellung lokaler Entwicklungspläne schon weit fortgeschritten sind, arbeiten andere an der Verbesserung der Rahmenbedingungen vor Ort. Die Netzwerktagung der 21 beteiligten Kommunen am 27. März gab den Stand der Initiative wider.

Gute Stimmung: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Netzwerktagung "Kommune goes International" in Köln
Gute Stimmung: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Netzwerktagung "Kommune goes International" in Köln BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 21 Kommunen sind der Einladung zur Netzwerktagung gefolgt. Sie vertreten kleine Gemeinden wie Lauenburg und Eislingen und Großstädte wie Hamburg oder Köln, sie sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltungen, Jugendzentren, Kulturinitiativen oder Jugendringen. So unterschiedlich die Beteiligten sein mögen, sie haben ein gemeinsames Ziel: Mithilfe von "Kommune goes International", einer Teilinitiative der jugendpolitischen Initiative JiVE, möchten sie die internationale Jugendarbeit vor Ort stark machen. Für den Bund hat dieses Ziel hohe Priorität. Albert Klein-Reinhardt nahm in seinem Grußwort für den Förderer, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), eine jugendpolitische Einordnung von JiVE und Kommune goes International vor. Er verwies auf den Beschluss der Jugendministerkonferenz aus dem Jahr 2001, die internationale Jugendarbeit zu stärken und zugleich Initiativen zur Förderung sozial benachteiligter Jugendlicher und zur Integration junger Migrantinnen und Migranten zu ergreifen. Grenzüberschreitende Mobilität sei zugleich ein Schwerpunkt der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland und der Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik. Es komme nun darauf an, jedem Jugendlichen den Zugang zu den Bildungsangeboten der internationalen Jugendarbeit zu eröffnen. Die Kinder- und Jugendhilfe könne von einem solchen Prozess nur profitieren - sie würde um eine europäische und internationale Dimension bereichert.

Bei der Erstellung der lokalen Entwicklungspläne zur Stärkung der internationalen Jugendarbeit werden die beteiligten Kommunen von einem Beraterteam unter der Federführung von IJAB unterstützt. Wichtiges Ziel der Tagung ist jedoch auch die Peer-Beratung und der Austausch über die bisher gemachten Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen. Ziemlich mitreißend schildert Dagnija Brühl vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Eislingen die bisherigen Fortschritte. Frühzeitig hat man Jugendliche eingebunden, sie nach ihren Erwartungen und Wünschen befragt. Man hat parteiübergreifend die Unterstützung der Politik erfahren und die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung macht das Projekt in der Stadt bekannt und verschafft Sympathien in der öffentlichen Meinung. So einfach und erfrischend geht es naturgemäß nicht überall. Dennoch schreitet die Verankerung in den Kommunen voran, vielerorts wurde "Kommune goes International" inzwischen in den Jugendhilfeausschüssen präsentiert und für unterstützenswert befunden. Das öffnet die Türen zu Kooperationen mit den freien Trägern und Jugendringen, die teilweise seit Jahren internationale Jugendarbeit leisten und macht das Projekt attraktiv für Migrantenorganisationen, die den Anschluss an die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe suchen.

Ein immer wiederkehrendes Thema der Tagung ist Geld. "Kommune goes International" bringt keine eigenen Fördermittel für internationale Maßnahmen mit. Sie müssen bei Dritten beantragt werden. Die Antragstellung für die Umsetzung gemeinsam erarbeiteter Projekte - beispielsweise bei "Jugend für Europa" - erfolgt zu einem verhältnismäßig späten Zeitpunkt innerhalb des gesamten Projektverlaufs. Niels Meggers, Projektverantwortlicher bei IJAB, sieht das gelassen: "JUGEND für Europa, die deutsche Nationalagentur für das europäische Jugendprogramm JUGEND IN AKTION, ist Partner von JiVE und „Kommune goes International“. Das ist keine Garantie dafür, dass jeder Antrag bewilligt wird, natürlich muss er - wie jeder andere Antrag auch - Hand und Fuß haben. JUGEND für Europa hat aber signalisiert, dass die Zielsetzungen von JiVE gut zu den eigenen Fördermodalitäten passen." Das macht Mut und ist eines der vielen Zeichen während der Netzwerktagung, dass "Kommune goes International" auf einem guten Weg ist.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


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