Ralf Wiggers

Kommune goes International: Lokale Entwicklungspläne zur internationalen Jugendarbeit erstellt

21 Städte und Kreise engagieren sich bei „Kommune goes International“, einer Teilinitiative von JiVE „Jugend international – Vielfalt erleben“. Begleitet von einem Beratungsteam von IJAB haben die Kommunen gemeinsam mit Partnerorganisationen lokale Entwicklungspläne zur internationalen Jugendarbeit erarbeitet und größtenteils über den jeweiligen Jugendhilfeausschuss verabschiedet.

JiVE
BildImage: Marcus Gloger

Die lokalen Entwicklungspläne zur internationalen Jugendarbeit stellen einen wesentlichen Meilenstein im Beratungsprozess dar.

Zwar verfügten die meisten Kommunen bereits vor „Kommune goes International“ über Erfahrungen im internationalen Jugendaustausch, zum Teil sogar über langjährige feste Partnerschaften mit mehreren Ländern. Gemeinsam ist jedoch allen Kommunen, dass der internationale Jugend- und Fachkräfteaustausch bislang wenig strukturiert, vernetzt und koordiniert durchgeführt wurde, sondern aufgrund einzelner Initiativen von Vereinen, Jugendämtern oder engagierten Einzelpersonen erfolgte. Dies führte dazu, dass es meist keinen Gesamtüberblick über den internationalen Jugendaustausch über die Angebote der internationalen Jugendarbeit in der jeweiligen Kommune und keinen Erfahrungsaustausch gab.

Hinzu kommt, dass in vielen Kommunen bei knappem Haushalt bei dieser Leistung gekürzt wurde.

Ziele in den lokalen Entwicklungsplänen

Alle Kommunen setzen sich im Rahmen von „Kommune goes International“ das Ziel, die internationale Jugendarbeit als dauerhaften festen Bestandteil in die Jugendhilfe zu implementieren.

Hierzu sollen die Akteure vor Ort vernetzt werden, um so einen Erfahrungsaustausch, eine Komplementarität und eine größtmögliche Weiterentwicklung zu erreichen. Im Fokus sind hierbei die Teilhabe aller Jugendlichen sowie die explizite Einbeziehung benachteiligter Jugendlicher.

Fortschritte bei der Umsetzung

Alle Kommunen wollen die Kooperationsformen der am internationalen Austausch beteiligten Träger stärken bzw. ein Netzwerk für die internationale Jugendarbeit aufbauen. Die Netzwerke können kommunale öffentliche Einrichtungen, Migrantenselbstorganisationen, Vereine sowie Schulen und Berufskollegien, HWK und IHK umfassen. Dazu wird in vielen Kommunen eine feste Service-Stelle für internationalen Jugendaustausch bzw. ein fester Ansprechpartner bei der Kommunalverwaltung eingerichtet.

Eine gezielte Ansprache von Akteuren und Zielgruppen sowie neue Formen der Informationsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit sind geplant, wie auch eine gemeinsame jugendgerechte Werbung für internationale Jugendbegegnungen. Entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen für Fachkräfte sowie ein verstärkter Erfahrungsaustausch werden als Voraussetzung für gelingende internationale Projekte genannt.

In vielen Kommunen unterstützen die kommunalen Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung die Initiative „Kommune goes International“ als Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Integration junger Menschen. Die lokalen Entwicklungspläne sowie die Angebote, Ziele und Wirkungen der Initiative „Kommune goes International“ wurden größtenteils in den jeweiligen Jugendhilfeausschüssen verabschiedet.

Kooperation mit Schulen

In fast allen Kommunen werden nun die Schulen und die Schulsozialarbeit in die internationale Jugendarbeit einbezogen, was bislang wegen der strikten Trennung von formaler und nicht formaler Bildung eher unüblich war. Diese Kooperation zwischen Trägern schulischer und außerschulischer Bildung soll jetzt projektbezogen erprobt werden. So sind z.B. internationale Projekte für Schulen bzw. Berufskollegien und für Jugendzentren geplant.

Angebote für Benachteiligte

Die meisten Kommunen benennen explizit konkrete Planungen zur Einbeziehung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen in die internationale Jugendarbeit. Die internationale Jugendarbeit soll ein Lernort für alle Jugendlichen werden. Hier sind u.a. Pilotprojekte mit Schülergruppen von Schulen und Berufskollegien, Entsendung im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes sowie eine stärkere Kooperation mit den Jugendmigrationsdiensten und Ausländerbeiräten geplant.

Programme für Fachkräfte

Eine adäquate Durchführung internationaler Projekte und Formate kann nur mit Fachkräften oder Peerleadern erfolgen, die erstens über eigene internationale Erfahrungen verfügen sollten und zweitens für die internationale Arbeit speziell geschult werden müssen. Hierbei unterstützt IJAB die Umsetzung der lokalen Entwicklungspläne im Rahmen von „Kommune goes International“ durch folgende begleitende Maßnahmen:

  • Qualifizierung von Multiplikator(inn)en und Teamer/-innen für die internationale Jugendarbeit, z.B. in Werkstattgesprächen, Trainingsseminaren, Netzwerktreffen, Mobilitätslotsenschulungen;
  • Weitergehende Beratung bzw. Begleitung der Fachkräfte und Peer-Jugendlichen;
  • Qualitätsstandards für internationale Jugendarbeit;
  • Evaluationsinstrumente;
  • Wirksame Öffentlichkeitsarbeit/Werbung für die internationale Jugendarbeit;
  • Besseres Erreichen der Zielgruppen;
  • Hilfe bei der Konzeption von Projekten;
  • Unterstützung beim Aufbau eines internationalen Netzwerkes in der jeweiligen Region;
  • Unternehmen sollen vom Wert der Mobilität zu Lernzwecken überzeugt werden.

Weitere regionale Werkstattgespräche und überregionale Fachforen sind zu diesem Zweck für 2013 geplant. Aber auch über 2013 hinaus sollen die implementierten Elemente der internationalen Jugendarbeit auf kommunaler Ebene Bestand haben und die europäischen und internationalen Netzwerke einen Ausbau zum Wohle aller Kinder und Jugendlichen erfahren.



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