Martina Nixdorf-Pohl

Modellprojekt IKUS zieht eine positive Zwischenbilanz

Anfang Februar fand die Konferenz zur Zwischenbilanz von IKUS - Interkulturelles Lernfeld Schule statt. 25 Partner/-innen aus Schule und Internationaler Jugendarbeit diskutierten erste Ergebnisse des Modellprojekts.

Am 1. August 2009 startete das  Modellprojekt IKUS - Interkulturelles Lernfeld Schule, ein Kooperationsprojekt von Internationaler Jugendarbeit und Schule in Trägerschaft von IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. Vom 8.-9. Februar 2011 fand unter der Leitung des Wissenschaftler-Teams im Haus Venusberg Bonn die Konferenz zur Zwischenbilanz mit 25 Partner/-innen aus Schule und Internationaler Jugendarbeit statt.

14 Tandems, bestehend aus einer Lehrkraft und einer Fachkraft der internationalen Jugendarbeit, hatten sich seiner Zeit auf den Weg gemacht, um gemeinschaftlich Module zur Förderung interkulturellen Lernens im Kontext von Schule zu entwickeln und zu erproben. Unterstützt und beraten werden sie durch die zentrale Koordinierungsstelle bei IJAB und durch eine Steuergruppe, die aus der Bezirksregierung Köln, dem Landesjugendamt Rheinland, transfer e.V., dem Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend besteht. Letzteres fördert das Projekt. Ein interdisziplinäres wissenschaftliches Team um die Professoren Dr. A. Thomas (Uni Regensburg) und Dr. A. Thimmel (FH Köln) begleitet seit Herbst 2009 das Projekt und erforscht, unter welchen Bedingungen das gemeinsame Anliegen gelingen kann und wie sich Schule als interkulturelles Lernfeld in diesen neuen Kooperationsformen weiter entwickelt.

Viele Wege, ein Ziel

Die Spannung unter den Teilnehmenden war groß. War es dem Professoren-Tandem und seinen Mitarbeiterinnen gelungen, die komplexen Kooperationsstrukturen, ihre vielschichtigen Rahmenbedingungen und die Bandbreite der entwickelten Produkte zu erfassen, zu bewerten und auf eine Art zurückzuspiegeln, die inspirierend und hilfreich für die Kooperationspioniere sein würde? Der Anspruch des Projektes, mannigfaltige und innovative Impulse zur interkulturellen Personal-, Schul- und Unterrichtsentwicklung zu setzen, macht das wissenschaftliche Unterfangen mit seinem bescheidenen Budget zu einer großen Herausforderung.  

Als das Team um Prof. Thimmel typische Entwicklungspfade von IKUS-Tandems mit ihren Stolpersteinen und Gelingensbedingungen unter besonderer Berücksichtigung der Historie und Struktur des Projektes nachzeichnete, war das Erstaunen groß. Man fühlte sich gesehen und erkannt, und das Kind bekam endlich einen Namen. Beleuchtet wurden die persönlichen und beruflichen Motivationen der Akteure, Gewinn und Lernzuwachs der beteiligten Partner/-innen, Teams und Organisationen. Die von den Tandems entwickelten Kooperationsformen und –modelle wurden deutlich. Erstaunen und auch Aufatmen: viele Wege führen zum Ziel. 

Abwechslungsreiche Lernlandschaft

Beachtlich war auch das Ergebnis des Regensburger Teams, das eine  Gesamtübersicht von mehr als 60 gemeinschaftlich entwickelten Modulen präsentierte. Informations-, Prozess- und Trainingsmodule bilden eine breite Lernlandschaft mit unterschiedlichen Lernfeldern für Schüler/-innen, Eltern und Lehrerschaft. Das Team spiegelte der Gruppe zurück, auf welche Weise die interkulturellen und internationalen Lernfelder im Kontext von Schule eröffnet und bearbeitet werden konnten und welche Rahmenbedingungen dafür mehr oder weniger hilfreich waren. Ein differenziertes inhaltliches bzw. methodisch-didaktisches Raster hilft aktuellen und zukünftigen Kooperationspartnern bei der Identifikation möglicher Lerninhalte und Zielgruppen und dient als Wegweiser für Schulen, die sich als interkulturelles Lernfeld für alle Beteiligten verstehen und diesen Weg in Bildungskooperationen mit Partnern der Internationalen Jugendarbeit beschreiten möchten. 

Nachhaltigkeit als Ziel

Bis zum Ende des Projektes gilt es nun, die Wirkungen der Module auf emotionaler, kognitiver und auch auf der Handlungsebene noch differenzierter zu erforschen und zu beschreiben. Und auch die Licht- und Schattenseiten verschiedener Kooperationsformen und -wege können noch stärker ausgeleuchtet werden, vor allem im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Förderung (formal) benachteiligter Jugendlicher.
 
Am Ende der Konferenz kristallisierte sich ein Thema als gemeinsamer Herzenswunsch aller Projektteilnehmer/-innen heraus: die Sicherung der Nachhaltigkeit. Dabei ging es nicht nur um das Anliegen, die Ergebnisse und Produkte umfassend zu dokumentieren sondern auch darum, die entstandenen Kooperationspartnerschaften und angestoßenen institutionellen Lernprozesse langfristig fortsetzen zu können.  

Abschlusskonferenz im Blick

Am 15.-16. November 2011 werden die Projektergebnisse, -erkenntnisse und -produkte im Rahmen einer Abschlusskonferenz einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt. Und vielleicht erfüllt sich dort auch der Wunsch der IKUS-Akteure, das kleine Projekt über das Rheinland hinaus weiter zu vernetzen und seine Verbreitung auf Landes- und Bundesebene  anzustoßen. 



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