Finnland

Flagge Finnland
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Basisdaten Finnland

Jugendarbeitslosenquote: 18,6 %

Zum Vergleich:

Jugendarbeitslosenquote EU-27-Durchschnitt: 22,6 % 
Gesamtarbeitslosenquote Finnland: 7,6 % 
Gesamtarbeitslosenquote EU-27-Durchschnitt: 10,3 % (saisonbereinigte Jugendarbeitslosenquote von Mai 2012. Die Angaben der Jugendarbeitslosenquote beziehen sich auf die Altersgruppe der unter 25-Jährigen. Quelle: Eurostat)

Die Pflichtschulzeit dauert in Finnland neun Jahre. Danach besuchen 95 % der finnischen Schüler/-innen eine weiterführende Schule oder machen eine Ausbildung. Finnland ging wiederholt als Sieger aus der Pisa-Studie hervor, dennoch hohe Jugendarbeitslosigkeit.

In Finnland war die Jugendarbeitslosigkeit früher besonders hoch. Nach der Jahrtausendwende hat sich die Jugendbeschäftigungssituation deutlich verbessert. Auch ist die Langzeitarbeitslosigkeit unter Jugendlichen gering.
Schwierigkeiten beim Übergang Schule Beruf haben hauptsächliche diejenigen ohne Schulabschluss und Ausbildung. Das Exklusionsrisiko ist unter den Jugendlichen mit Migrationshintergrund um ein vielfaches höher.

Initiativen/ Übergangssystem

Youth Guarantee

Im Jahr 2005 ist die Jugendgarantie in Kraft getreten und hatte großen Einfluss auf die Jugendarbeitslosigkeit. Sie besagt, dass einem Jugendlicher, der länger als drei Monate arbeitslos gemeldet ist und sich weder in allgemeiner noch beruflicher Bildung befindet, vom finnischen Arbeitsamt eine Praktikumsstelle oder eine Berufsausbildung angeboten werden muss. Jugendgarantieprogramme umfassen Bedarfsbewertungen, Bildungs- und Trainingsmaßnahmen sowie Beschäftigungsangebote.

Im Jahr 2011 konnte dadurch bei 83 % der Bewerber/-innen innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit erfolgreich interveniert werden. Das direkte Einschreiten der Garantie verhindert zudem die Nachfolgeeffekte von Jugendarbeitslosigkeit (wie unter anderem unregelmäßige künftige Beschäftigung, Verdrossenheit und Isolation). 

Youth Workshops

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat man seit den 90er Jahren Youth Workshops eingerichtet. Diese bieten frühe Unterstützung, Beratung, Ausbildung, Arbeit, Hilfe bei der Vermittlung in Ausbildung und Arbeit und andere Aktivitäten für arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren über einen Zeitraum von sechs Monaten an. 

Die Tätigkeit der Youth Workshops zählt laut Regierungsprogramm zum festen Bestandteil der Dienstleistungen des öffentlichen Sektors für Jugendliche. Die Youth Workshops werden vom Arbeitsministerium, vom Bildungs- und Kulturministerium, von den Gemeinden und aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. 2005 nahmen 7050 junge Leute an den Programmen der Youth Workshops teil. 66 % von ihnen erhielten danach einen Arbeits- oder einen Ausbildungsplatz oder beteiligten sich an sonstigen Maßnahmen. 2011 nahmen schon über 13 000 junge Menschen daran teil, von denen 75 % erfolgreich in Arbeit, Ausbildung oder andere Aktivitäten weitervermittelt werden konnten.

Outreach youth work

Outreach Youth Work richtet sich an exklusionsgefährdete Jugendliche unter 29 Jahren, die sich außerhalb des Regelsystems und des Arbeitsmarktes befinden und die Unterstützung durch öffentliche Angebote benötigen. Outreach Youth Work hilft den Jugendlichen, die für sie am besten geeigneten Maßnahmen und Angebote zu finden und hilft dabei, den Einstieg ins Berufsleben oder Ausbildung zu erleichtern. Im Jahr 2009 wurden 3363 Jugendliche durch Outreach Youth Work erreicht, von denen 70 % zu passenden Angeboten vermittelt wurden. 2010 wurden schon 5700 Jugendliche erreicht, von denen 3500 in Youth Workshops oder andere Maßnahmen geführt werden konnten. Seit Januar 2011 ist Outreach Youth Work gesetzlich verankert und wird durch staatliche Mittel finanziert.

Youth guidance and service network

Kommunen sind zur Planung und Errichtung von sektorübergreifenden Youth Guidance and Service Networks verpflichtet, um Koordinierungsmechanismen zu schaffen. Diese Netzwerke setzen sich zusammen aus Vertretern der Bereiche Bildung, Sozial- und Gesundheitswesen, Verwaltung, Arbeitsmarkt, Polizei und arbeiten ebenfalls mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe zusammen.

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