Christian Herrmann

Webman fliegt wieder

Bundesministerin Ilse Aigner gab zum Start der Computermesse CeBIT das Signal für den Relaunch der thematisch erweiterten Jugendplattform des IJAB-Projektes „watch your web“. Neben Anleitungen zum sicheren Umgang mit den eigenen Daten in sozialen Netzwerken erhalten Jugendliche nun auch gut aufbereitetes Wissen zu Verbraucherrechten im Internet, sicherem Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken, Handysicherheit, kritischem Umgang mit Werbung, Internetsicherheit und Kostenfallen im Netz. Webman, Protagonist und Maskottchen von "watch your web", kann damit weiter für ein sicheres Internet arbeiten.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Verbraucherschutzministerin Aigner sprach im Rahmen einer vom Branchenverband BITKOM initiierten Pressekonferenz zum Thema "Managing Trust - Vertrauen in der digitalen Welt" in Hannover. Sie übte erneut Kritik an den Diensten Facebook und Google. Besonders die Zusammenführung der bisher technisch getrennten Angebote von Google müsse im Kontext des Datenschutzes kritisch betrachtet werden. Die Ministerin hofft auf eine europäische Rechtsverordnung. Sie verwies jedoch auch darauf, dass Datensicherheit im Internet nicht allein Sache staatlicher Regulierung und Selbstverpflichtung von Unternehmen sein könne, auch die Bürgerinnen und Bürger seien gefordert. Eine wesentliche Voraussetzung für eigenverantwortliches Handeln sei die Verfügbarkeit von Information über vorhandene Risiken. Die Bereitstellung dieser Information sei besonders für Jugendliche wichtig. Bundesministerin Aigner gab im Rahmen der BITKOM-Pressekonferenz das Startsignal für die Neuauflage der Kampagne watch your web. Ihr Schwerpunkt lag bisher bei der sicheren Nutzung sozialer Netzwerke. Die Webseite watchyourweb.de wurde nun mithilfe vieler Partner zu einer umfassenden Jugendplattform über Risiken in der digitalen Welt ausgebaut.

Mit der von IJAB durchgeführten und von den Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Jugendkampagne watch your web ist es seit 2009 gelungen, eine breite Öffentlichkeit und Millionen Jugendlicher direkt zu erreichen. So haben über eine Million unterschiedliche Nutzerinnen und Nutzer das Profil von „Webman“ auf SchülerVZ besucht, knapp 85 000 haben ein Häkchen bei „ich finde Webman gut“ gesetzt und damit einen Direktlink in ihrem Profil zum Kampagnenprofil hinzugefügt. Darüber hinaus wurden die Kampagnenvideos auf der Videoplattform youtube über 500 000 Mal angeschaut. Neben den reinen Nutzungszahlen konnte anhand einer internen Onlinebefragung durch SchülerVZ gezeigt werden, dass die Kampagne weitreichende Lerneffekte erzielte. 36,7 % (von damals 5,4 Millionen Usern) der 12- bis 14-Jährigen sagten, dass ihnen Webman als Protagonist der Kampagne watch your web und die Kampagne selbst bekannt seien. 43 % von ihnen gaben an, ihr Verhalten in Bezug auf Privatsphäreeinstellungen geändert zu haben und 45 % der Jugendlichen machten die Aussage, dass sie durch die Kampagne vorsichtiger in Bezug auf die Veröffentlichung privater Daten im Netz geworden seien. Allein diese Zahlen zeigen, dass die Kampagne nach dem Erfolg in den klassischen Medien vor allem durch die viralen Effekte innerhalb der sozialen Netzwerke Verbreitung gefunden hat. Zusätzlich wurde die Informationswebseite watchyourweb.de mit ihrer jugendgerechten Gestaltung und verständlichen Sprache mehr als zwei Millionen Mal aufgerufen. Von besonderem Interesse für junge Menschen sind hier die bild- und textbasierten Gebrauchsanleitungen, die Schritt für Schritt erklären, wie man Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen in den verschiedenen sozialen Netzwerken überprüfen und verbessern kann. 

Dank der Unterstützung des BMELV kann diese Aktivität jetzt fortgeführt werden. Das bestehende Angebot wurde mit dem Relaunch der Webseite zu einer verbraucherschutzorientierten Jugendmedienbildung in sozialen Netzwerken erweitert. Damit wird das Spektrum um Themen wie Verbraucherrechte im Internet, sicherer Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken, Handysicherheit, kritischer Umgang mit Werbung, Internetsicherheit und Kostenfallen im Netz erweitert. Für die inhaltliche Ausgestaltung konnten Kooperationspartner gewonnen werden, die in ihrem Themenbereich seit jahren aktiv sind. Dazu gehören "Surfer haben Rechte" der Verbraucherzentrale Bundesverband, irights.info, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Klicksafe, Handysektor und Checked4you, das Jugendangebot der Verbraucherzentrale NRW. Das Videomagazin watch-your-web-tv wird monatlich ein Thema des Portals aufgreifen und anschaulich in Bild und Ton darstellen.

Jugendliche verfügen heute über ein hohes finanzielles Budget und werden so vor allem auch als kommerzielle Zielgruppe für Werbetreiber immer wichtiger. Hier gilt es, Jugendlichen Angebote zur Verfügung zu stellen, die sie über Verbraucherschutz und Marketingstrategien informieren. Da das Internet heute als Leitmedium im jugendlichen Alltag eine wesentliche Rolle spielt, gilt es, sie weiter für das Thema Datenschutz zu sensibilisieren und darauf aufmerksam zu machen, welche Probleme sich durch zu viel Datentransparenz ergeben können. 

Watch your web möchte verbraucher- und datenschutzschutzrelevante Informationen jugendgerecht darstellen und junge Menschen dazu animieren, sich für diese Themen noch mehr zu interessieren. Um Jugendliche auf diese Inhalte aufmerksam zu machen, werden diese über die bereits vorhandenen Kommunikationskanäle in den sozialen Netzwerken verbreitet. Dort soll die Zielgruppe direkt erreicht werden und mit ihr in einen Austausch getreten werden.

Watch your web finden Sie unter www.watchyourweb.de sowie bei Facebook (www.facebook.com/watchyourweb) und Twitter (twitter.com/watchyourweb).

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


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