Sebastian Jabbusch

ePartizipation: “Wir wollen Standards setzen”

Am 28. / 29. November fand in Bonn das zweite internationale Partnertreffen des multilateralen Kooperaktionsprojektes “Youthpart” statt. Vertreter der Youthpart-Projektpartner aus fünf europäischen Ländern aus Ministerien und Organisationen der Jugendarbeit tagten zwei Tage über die Ausgestaltung der gemeinsamen Zusammenarbeit. Ziel des Projekts ist die gemeinsame Entwicklung von Empfehlungen für erfolgreiche ePartizipation Jugendlicher in Entscheidungsprozessen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Teilnehmer des zweiten Youthpart Partnertreffens in Bonn
Teilnehmer des zweiten Youthpart Partnertreffens in Bonn BildImage: Sebastian Jabbusch / IJAB   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0

Wie ein spannender Fernsehkanal, so hört sich “Koordinaatti - the Initiative Channel” an. Tatsächlich ist die bunte und modern aufgemachte Website jedoch eine Plattform für Jugendbeteiligung, die bereits von 145 der etwa 300 finnischen Gemeinden und rund 11 000 engagierten Jugendlichen genutzt wird. Finnland setze so bereits heute die Ziele der europäische Jugendstrategie für 2015 um, erklärten Jaana Fedotoff und Merja-Maaria Oinas bei dem Partnertreffen des mulitlateralen Kooperationsprojektes “Youthpart”.

Solche Beispiele illustrieren in vielfältiger Weise, worum es bei einem internationalen Austausch gehen soll: das Präsentieren und gegenseitige Verstehen von guten Beispielen, die sich in der Praxis bewährt haben. Doch das multilaterale Projekt geht noch einen Schritt weiter: Neben dem “Voneinanderlernen” steht die gemeinsame Fortentwicklung des thematischen Feldes der ePartizipation Jugendlicher im Fokus.  

Bei diesem Treffen einigten sich die Projektpartner zunächst auf eine gemeinsame Definition für ePartizipation. E-Partizipation Jugendlicher wird dabei als transitiver, also zielgerichteter, Prozess begriffen, der Jugendliche auf verschiedenen Entscheidungsstufen mitnimmt, mit dem Ziel, tatsächlich eine Entscheidung herbeizuführen. Bis Ende 2013 sollen nun Empfehlungen für erfolgreiche digitale Jugendbeteiligung - so genannte Guidelines - entstehen. Diese sollen bei der Unterstützung und Anregung zur Gestaltung von internetgestützten Beteiligungsverfahren mit Jugendlichen dienen. Dazu wird auf nationaler Ebene in Deutschland der Beirat des Projektes eingebunden, dem Personen aus unterschiedlichen Bereichen, z.B. Forschung, Software, Kommunen, Internet, Jugend angehören. In iterativen Prozessen werden die Aspekte der Diskussionen in den europäischen Prozess mit den Partnern gegeben und ebenso wieder zurück in den Beirat des Projektes gespiegelt. Die Projektpartner wollen einen ähnlichen Partizipationsprozess auch im eigenen Lande einführen, der die jeweiligen kulturellen und jugendpolitischen Bedürfnisse berücksichtigt.

Die Projektgruppe entschloss sich, außerdem selbst digitale Instrumente zu testen und ein Teil der Guideline-Ausarbeitung über das Jugend-Partizipationsportal ypart.eu abzuwickeln.

Als weitere Dimensionen dieses multilateralen Austauschs sind zudem ein Peer-Learning Seminar und ein Bar Camp mit Jugendlichen aus allen Teilnehmerländern geplant. Erste Ideen dazu tauschten die Teilnehmenden auf dem Treffen bereits aus.

Vorläufig verständigten sich die Projektpartner auf eine erste Zeitleiste für 2013:

  • April: Drittes Partnertreffen - voraussichtlich in UK/London
  • August: Joint Peer-Learning Seminar - Finland
  • Oktober:  European Youth BarCamp – Austria/Wien
  • Dezember: Viertes Partnertreffen - voraussichtlich in Spanien/Madrid.

Parallel zu den Guidelines konzipieren die Projektpartner eine Datenbank mit erfolgreichen Projektbeispielen zu transitiven ePartizipationsprozessen Jugendlicher. So können erfolgreiche Projekte andere Gemeinden und Entscheidungsträger auf den verschiedenen geografischen und administrativen Ebenen zum Nachmachen inspirieren.

Nadine Karbach, Koordinatorin des Projekts Youthpart, ist optimistisch: “Wir haben uns für das kommende Jahr ein umfangreiches Arbeitsprogramm auferlegt. Es wird eine spannende Herausforderung, die europäische Dimension von Youthpart zu koordinieren und diesen neuen Prozess des europäischen “policy-making” mit allen Partnern zu gestalten”.


"Youthpart" ist als offener, gemeinschaftlicher Austauschprozess konzipiert. Das multilaterale Kooperationsprojekt verknüpft die Empfehlungen im Bereich Partizipation des vom BMFSFJ gestarteten Dialog Internet mit einer im Rahmen des europäischen und internationalen Austauschs initiierten Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerländern zur ePartizipation.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0


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