Christian Herrmann

Fachtag und Barcamp „Jugendbeteiligung online stärken“ – eine Nachlese

Ein breites Netz an Kooperationspartnern, unter ihnen jugendnetz-berlin, die Stiftung Demokratische Jugend und das IJAB-Projekt Youthpart, lud am 13. Juni 2013 Beteiligungsaktive aus dem gesamten Bundesgebiet ins Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ), um aktuelle Entwicklungen in Jugendarbeit, ePartizipation und Beteiligungslandschaft in einer Kombination aus Fachtag und BarCamp zu diskutieren.

Jürgen Ertelt (Youthpart) bei seinem Impulsreferat in Potsdam
Jürgen Ertelt (Youthpart) bei seinem Impulsreferat in Potsdam BildImage: Birk Garkisch für jugendnetz-berlin.de   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Das Schlagwort ePartizipation macht seit einigen Jahren die Runde in der Jugendarbeit und mehr als einmal stellen alle Beteiligten an diesem Tag fest, dass sie trotzdem weiterhin Suchende sind auf dem Weg zu einem gemeinsamen Begriff und einer eindeutigen Vorstellung von ePartizipation. Das beginnt bei der Frage nach der richtigen Aussprache des kleinen „e“, hangelt sich entlang an der Frage, wie die traditionell gewachsenen Beteiligungsstrukturen der Jugendarbeit mit digitalen Mitwirkungsmöglichkeiten zusammengehen und endet vielerorts im Detail – dass aber mehr als 50 Aktive mit Pilotprojekten, Ideen und spezifischen Fragen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist sind, zeigt, dass die vielen Pflänzchen mittlerweile erste Früchte tragen und es einen beträchtlichen Vorrat an Erfahrungen auszutauschen gibt.

Der Begrüßung durch die Moderatorin Melanie Ebell (LJR Brandenburg), Matthias Specht (LAGMultimedia Brandenburg) und Johannes Zerger (Stiftung Demokratische Jugend) folgt ein Einführungsvortrag über die Bandbreite von digitalen Beteiligungsprojekten, die mit aktuellen Beispielen wie der via Facebook organisierten Fluthilfe entlang der Elbe (etwa in Dresden) oder Protesten auf dem #occupygezi-Protesten in Istanbul (Facebook, tumblr) über den Kontext von Jugendarbeit hinausreicht.



Die Präsentation von Jürgen Ertelt (youthpart) mit allen gegebenen Beispielen kann unter http://padlet.com/wall/jos13miz eingesehen werden - als Lehren seien hier herausgehoben, dass es neben der Kreation von ansprechenden Angeboten für und mit Jugendlichen noch viel grundlegendere Baustellen für weite Teile der medienpädagogischen Landschaft und der Jugendarbeit im Allgemeinen gibt: Die wenigsten von uns verstehen, welchen Limitierungen wir uns durch die Soft- und Hardware, die wir benutzen, aussetzen. Das Plädoyer zur Nutzung freier Software und der Aufruf zur Politisierung der eigenen Arbeit werden begleitet von der Erkenntnis, dass es in Zukunft mehr noch als heute von Vorteil sein wird, Code wie eine Fremdsprache zu beherrschen.

Einen Einstieg in einen bunten Strauß von ePartizipations-Projekten und -Ansätzen aus ganz Deutschland liefert die Dokumentation des nachmittäglichen BarCamps: 13 Sessions wurden angeboten und sämtliche in Pads mitgeschrieben. So weit möglich, sind in den Pads Links zu den jeweiligen Projekten hinterlegt.

Der Fachtag wurde veranstaltet von der Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia Brandenburg e.V., der Stiftung Demokratische Jugend und von Youthpart in Kooperation mit der Berliner Allianz für ePartizipation, dem jugendnetz-berlin, der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (JFSB), dem Landesjugendring Berlin, dem Landesjugendring Brandenburg, Mediale Pfade – Agentur für Medienbildung und dem Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ).

Mehr Informationen zum Fachtag mit Barcamp unter: www.jugendbeteiligung-staerken.de

Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen: http://jugendnetz-berlin.de/de/aktuelles/nachlese/Fachtag-BarCamp-Jugendbeteiligung-online-staerken.php

Text: Frank Segert für jugendnetz-berlin.de, 13.06.2013, CC-BY-SA

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0


Kommentare ( 2 )

Lars Gräßer

"Code wie eine Fremdsprache beherrschen" deckt sich mit einer Aussage von Christoph Bieber, der im Interview (2012) erklärte: "Zwar wird der Begriff der Medienkompetenz aktuell auf die digitalen Medien ausgeweitet, vorherrschend ist aber immer noch ein Begriffsverständnis, welches sich an der Nutzung analoger Medien orientiert. [...] Wenn man tatsächlich von einer umfassenden Medienbildung oder -kompetenz sprechen will, dann muss man mit Blick auf die digitalen Medien noch einen Schritt weiter gehen. Denn die Oberflächen dieser digitalen Medien kann man verändern, wenn man programmieren kann und diese Gestaltungskompetenz fehlt noch in den allermeisten Ansätzen oder wird vernachlässigt. Das wird in den nächsten Jahren weiter ins Bewusstsein rücken, gerade weil wir mittlerweile erste Beispiele dafür finden, was man machen kann, wenn man tatsächlich Oberflächen programmieren kann." Quelle: http://www.kopaed.de/kopaedshop/index.php?PRODUCT_ID=792

Jürgen Ertelt

Lieber Lars Gräßer,
ja, Christoph Bieber und ich hatten in letzter Zeit Gelegenheit zum Austausch. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Gespräch war eine zu entwickelnde Ethik der Programmierung.

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