Christian Herrmann

Japanische Delegation auf der Suche nach Good Practice der E-Partizipation

Eine japanische NPO-Delegation hat sich bei einem Fachbesuch am 1. September bei IJAB über die Ergebnisse des Projekts Youthpart zu E-Partizipation informiert.

Delegation der japanischen NPO "Rechte" zu Besuch bei IJAB
Bonn, 1. September 2014: Delegation der japanischen NPO "Rechte" zu Besuch bei IJAB BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0

„Rechte“ ist eine japanische Non-Profit-Organisation, die sich seit dem Jahr 2000 für Jugendpartizipation einsetzt. Die Organisation führt Recherchen zu jugendbezogenen Themen durch und organisiert überparteiliche Treffen zwischen Jugendlichen und Politikern im Bereich der Jugendpolitik. Gemeinsam mit anderen Organisationen führt „Rechte“ gerade eine landesweite Kampagne zur Senkung des Wahlalters von 20 auf 18 Jahre durch.

Vom 31. August bis 6. September ist eine 10-köpfige Delegation von „Rechte“ in Deutschland unterwegs, um sich bei Jugendorganisationen, Parteienstiftungen und Bildungsträgern über den Stand von Jugendpartizipation in Deutschland zu informieren. Das Interesse an IJAB rührt vom E-Partizipationsprojekt Youthpart her, in dem unter anderem in einem europäischen Netzwerk Guidelines für E-Partizipation und Software für Partizipationsprozesse entwickelt wurden. Durch die internationale Ausrichtung des Projektes liegen die Schlüsseldokumente in Englisch vor und auch die Software ist auf Mehrsprachigkeit angelegt – dies erleichtert die Adaption des im Projektverlauf gesammelten Wissens durch Dritte.

Jürgen Ertelt, Projektkoordinator von Youthpart, schilderte den japanischen Gästen die Gelingensbedingungen für E-Partizipation. So völlig anders können die Bedingungen in Japan nicht sein – bei Schlüsselsätzen von Ertelt wie „es ist nur dann echte Partizipation, wenn es ein Ergebnis gibt“ oder „Politik und Verwaltung müssen sich mit dem durch soziale Medien eingetretenen Kontrollverlust auseinandersetzen“ gab es jedes Mal zustimmendes Nicken.

Ertelt stellte auch Entwicklungen im Bereich E-Partizipation vor, die jenseits des eigenen Projektes vonstattengehen. Überrascht war die japanische Delegation von den Softwareentwicklungen junger Start-ups, die Partizipation als Möglichkeit des Geldverdienens entdeckt haben. „Heißt das, dass E-Partizipation ein Zukunftsmarkt der Softwarebranche ist, weil zunehmend mehr Online-Beteiligungsprojekte erwartet werden?“, möchte einer der Japaner wissen. Ja, das heißt es wohl, auch wenn es in Deutschland noch keine Kultur der E-Partizipation gibt und vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Ertelt verwies auf einzelne Good-Practice-Beispiele, an denen die japanische Delegation besonderes Interesse hatte. Merkmale in diesen Projekten sind die gelungene Mischung aus Online- und Offline-Veranstaltungen, eine engagierte Begleitung und das Anknüpfen an die Lebenswelt von Jugendlichen.

Die Präsentation von Jürgen Ertelt kann hier eingesehen werden: https://www.dropbox.com/sh/k6awynhsj3y703m/AACBbKoRmJlL09lL5yuWn2iJa?dl=0

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0


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