Stephanie Bindzus

„youthpart“: Multilaterales Kooperationsprojekt zur ePartizipation startet

Wie können Jugendliche in der digitalen Gesellschaft mehr mitgestalten? Welche Erfahrungen gibt es dazu bereits im In- und Ausland? Welche neuen Modelle eröffnen Jugendlichen bessere Beteiligungsmöglichkeiten? Diesen Fragen widmet sich das multilaterale Kooperationsprojekt „ePartizipation: Internationaler und nationaler Erfahrungsaustausch sowie Modellentwicklung für mehr Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft“, kurz „Youthpart“.

BildImage: CLUC

„Youthpart“ ist als offener, gemeinschaftlicher Austauschprozess konzipiert. Das multilaterale Kooperationsprojekt verknüpft die Empfehlungen im Bereich Partizipation des vom BMFSFJ gestarteten „Dialog Internet“ mit einer im Rahmen des europäischen und internationalen Austauschs initiierten Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerländern zur ePartizipation. Dazu werden im ersten Schritt innovative ePartizipationsverfahren auf nationaler und internationaler Ebene identifiziert. Diese werden nach jugendgerechten Kriterien einer wirksamen Partizipation systematisiert und dokumentiert. Im nächsten Schritt sollen Modellvorhaben öffentlicher Verwaltungen und der Jugendarbeit bei der Erprobung begleitet und in Form partnerschaftlicher Beratung weiterentwickelt werden. Ziel des Projektes ist die Unterstützung, Beratung und gemeinschaftliche Weiterentwicklung netzbasierter Beteiligungsformate in Kooperation zwischen Deutschland und den Partnerländern. 

Multilateraler Erfahrungsaustausch

Im Mittelpunkt der multilateralen Kooperation steht der Erfahrungsaustausch über Entwicklung, Erprobung und Auswertung innovativer ePartizipationsverfahren und Modelle. Angestrebt werden die Übertragung bereits vorliegender Erkenntnisse und ein zeitnahes Erproben vergleichbarer Modelle mit einzelnen Partnern. Hierdurch sollen Erfahrungen zu unterschiedlichen Umsetzungsstrategien gewonnen und auch für Dritte (z.B. EU) verfügbar gemacht werden. Als Projektpartner werden Länder einbezogen, von deren Praxis im Bereich ePartizipation Impulse und Anregungen ausgehen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind oder die eine gemeinsame Weiterentwicklung bestehender Online-Jugendbeteiligungsformate anstreben. Je nach Vereinbarung mit den Partnerländern kann es einen engeren Kreis an direkten Kooperationspartnern geben und einen erweiterten Kreis von Partnern, die punktuell, beispielsweise bei einzelnen Veranstaltungen, einbezogen werden.

Begleitung von Modellprojekten

Auf Basis nationaler und internationaler Partnerschaften werden auf lokaler, regionaler und Bundesebene verschiedene Modellprojekte identifiziert, deren Weiterentwicklung und Erprobung im Projekt begleitet werden. Die bis dahin gewonnenen konzeptionellen und technischen Erkenntnisse werden aufbereitet zur Verfügung gestellt, um von den Partnern in den Modellvorhaben angewendet zu werden. Zusätzlich werden die Modellvorhaben auf Wunsch qualifizierend begleitet und bei der Anwendung der Verfahren unterstützt. Auf internationaler Ebene finden parallele Prozesse in den Partnerländern statt. Angestrebt wird, in den Partnerländern vergleichbare Modellprojekte auf unterschiedlichen Ebenen zu starten. Bei internationalen Expertentreffen werden die Erfahrungen mit den Modellprojekten ausgetauscht. Zusätzlich finden begleitend Peer-Learning-Workshops statt, die einen gegenseitigen Besuch auf Arbeitsebene ermöglichen.

Ergebnissicherung

Im Projektverlauf wird eine Datenbank zur ePartizipation aufgebaut. In ihr werden Good-Practice-Beispiele sowie Modelle in öffentlichen Verwaltungen und der Kinder- und Jugendhilfe auf nationaler und internationaler Ebene erfasst. Zusätzlich wird ein Online-Toolkit entwickelt. Das Toolkit stellt ePartizipationsmodule, neue kollaborative Software-Werkzeuge und Open-Data-Projekte modular bereit und ermöglicht deren Erprobung auf einem „Sandkasten“-Server. Hilfestellung wird durch ein Handbuch und Anwendungsschulungen geboten. Die Produkte werden so aufbereitet, dass sie im Rahmen der Modellentwicklung für unterschiedliche Partner nutzbar sind. Zum Ende des Projektes werden die zentralen Ergebnisse des multilateralen Austauschs und der Evaluation der konkreten Modelle in Form einer mehrsprachigen Abschlussdokumentation veröffentlicht. 

Nutzung der Ergebnisse im nationalen Kontext

Das Projekt soll nationale ePartizipationsprojekte verschiedener Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen beraten und begleiten, selbst aber keine eigenständigen Modellvorhaben umsetzen. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt können sowohl öffentliche Verwaltungen als auch Jugendverbände, Jugendinitiativen oder andere Partner der Kinder- und Jugendhilfe nutzen, um ePartizipationsangebote für Jugendliche zu initiieren und weiterzuentwickeln. Dabei können alle vom internationalen Austausch profitieren.
Eine Roadmap „ePartizipation Jugendlicher“ kann ein Ergebnis des Diskussionsprozesses sein, der von nationalen Partnern in einer projektbegleitenden Initiativgruppe entwickelt und veröffentlicht wird. Das Projekt kann diesen Prozess unterstützen. 

Projektstruktur 

Das Projekt ist als offener Prozess angelegt, der unterschiedliche Akteure auf nationaler und internationaler Ebene einbezieht. Es soll eine nationale Initiativgruppe „ePartizipation“ gebildet werden, die sich aus dem Multi-Stakeholder-Prozess des „Dialog Internet“ herausbildet. Sie kann als Steuergruppe der geplanten Aktivitäten die inhaltliche Entwicklung des Projekts vorantreiben und den Transfer der jugendpolitischen Impulse realisieren.


Ein Expertengremium aus Akteuren der Jugendarbeit, Vertreter(inne)n der politischen Bildung, der Forschung, von Stiftungen, Initiativen der Netzgemeinde, der parlamentarischen Netzpolitik, von IT-Verbänden, Ministerien und Verwaltungen, von eGovernment-, Opendata- und ePartizipation-Initiativen wird den Diskussionsprozess des Projektes begleiten und mit Expert(inn)en aus den Partnerländern in Austausch treten. Als Auftakt ist ein Werkstattgespräch mit allen maßgeblichen Akteuren und internationalen Gästen im Oktober 2011 geplant.

Kontakt:

Daniel Poli, IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.



Kommentare ( 0 )

Kommentare schreiben

Noch 1000 Zeichen

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter