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zur Übersicht Anita Orlovius

Jugend erlebt Europa. Psychologische Studie über die Wahrnehmung der Fremde bei deutschen Reisenden

Erschienen in:

München, 1989, S. 293

Medienart:
Forschungsbericht

Herausgeber:
Studienkreis für Tourismus e.V. (Hrsg.)

Kurzbeschreibung:
Die 1989 von Anita Orlovius herausgebrachte Studie konzentriert sich auf die psychologischen Aspekte des Reisens bei Jugendlichen und fragt deshalb nach der Bedeutung und Attraktivität der Fremde im Hinblick auf einen möglichen Erwerb von interkultureller Kompetenz. Hierfür stützt sich die Studie auf Reiseberichte des Schreibwettbewerbes “Jugend reist und lernt Europa kennen“, der vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit zusammen mit der Willy Scharnow-Stiftung ausgeschrieben wurde. Inhaltlich strukturiert sich die Studie in drei Teilen. Die Autorin stellt einleitend die Impulse für ihre Studie vor, zeichnet das methodische Vorgehen auf und legt Begriffsdefinitionen sowie die Fragestellung fest. Folgend werden dann im zweiten Teil Aussagen zur inhaltlichen Struktur der Aufsätze gegeben, wobei die Erfahrungen zu Begegnungen mit “Land und Leuten“ einen besonderen Stellenwert erhalten. Im dritten Teil wird schließlich eine Rekonstruktion des Phänomens der “Fremde“ als ein bedeutungsvoller Ausschnitt der Lebenswirklichkeit der Reisenden vorgenommen. Orlovius kommt zunächst zu dem Schluss, dass sich das Fremde von den Reisenden mit teils bewussten, teils unbewussten Vor-Bildern vertraut gemacht wird, was Chancen und Barrieren in sich birgt. Solange die fremde Wirklichkeit nur ansatzweise verfügbar gemacht wird, bleibt sie eine eher flüchtige, aber dennoch fordernde Faszination, die Selbiges genau dann verliert, sobald eine Abgleichung der bestehenden Vor-Bilder mit den wahrgenommenen und nachvollziehbaren Lebens- und Verhaltensmustern vorgenommen wird. In der Fremde zu sein bedeutet darüber hinaus, Freiräume für soziale Freiheiten und persönlichkeitsbezogene Entfaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen, die in der heimischen Alltagswelt aus unterschiedlichen Gründen nicht erschlossen werden können, so dass die Fremde zumindest bei nicht längerfristigen Aufenthalten eine recht harmonische Zwischenwelt darstellt, die für verschiedene psychologische Ebenen der individuellen Entwicklung hilfreich sein kann. Der Erwerb von interkultureller Kompetenz bleibt länger dauernden Aufenthalten in der Fremde vorbehalten.

Schlagwörter:
Internationale Jugendarbeit, Jugendforschung, Jugendreisen, Kinder- und Jugendreise

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