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zur Übersicht Klaus Roggenthin

Die neue europäische Jugendstrategie – Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit?

Erschienen in:
Forum Jugendarbeit International 2008-2010
Bonn, 2010, S. 486-495

Medienart:
Aufsatz

Herausgeber:
IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Kurzbeschreibung:
Die Europäische Jugendpolitik ist in den vergangenen Jahren rasch gewachsen. Der Ausbau der jugendpolitischen Aktivitäten auf europäischer Ebene verlief jedoch nicht immer koordiniert. Im Ergebnis entstand ein schwer zugängliches Geflecht sich überlagernder Verfahren, unverbundener Instrumente und Ad-hoc-Initiativen. Dies begrenzte sowohl ihre politische Wirkung als auch ihren konkreten Nutzen für die jungen Menschen. Die in 2008/2009 vollzogene Reflexion und Revision der europäischen Kooperation im Jugendbereich ebnet nun den Weg, das Potential gemeinschaftlicher Politik zufriedenstellender als bisher auszuschöpfen. In der Ende November beschlossenen Jugendstrategie 2010–2018 wird ein kohärenter Orientierungsrahmen für die künftige jugendpolitische Kooperation vorgestellt, der bereits bestehende sowie neue Instrumente sinnvoll miteinander verknüpft und auf die Schlüsselthemen junger Menschen in unserer Zeit bezieht. Allerdings bleibt keine Zeit, die Hände in den Schoß zu legen. Im nächsten Schritt sind die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission aufgefordert, die vorgeschlagenen Verfahren und Instrumente sorgfältig zu begleiten und zu konkretisieren. Für die tatsächliche Umsetzung des Querschnittsansatzes bedarf es noch praktikabler Verfahren. Dem erklärten Willen zur thematischen Fokussierung zum Trotz zeichnet sich bereits wieder ein Trend zur Überfrachtung der Agenda ab, die es zu verhindern gilt. Evidenzbasierte Jugendpolitik und Europäischer Jugendbericht benötigen eine unabhängige Datengrundlage, die am ehesten durch einen Europäischen Jugendsurvey gewährleistet wäre. Formate des Politik- und Praxislernens sollten den Blick nicht auf Musterschüler verengen, sondern insbesondere die kollegiale Reflexion eigener Praxis mit ihren Stärken und Schwächen ermöglichen. Die Einführung von Indikatoren stellt einen mutigen Schritt dar, das Verhältnis zwischen Freiwilligkeit und Verpflichtung neu auszurichten. Bei der konkreten Ausgestaltung des Verfahrens müssen die zuständigen staatlichen Ebenen im Konsens eingebunden werden. Die Chancen und Grenzen des Strukturierten Dialogs zwischen öffentlicher Inszenierung und tatsächlicher politischer Mitwirkung junger Leute müssen unvoreingenommen erörtert werden.

Schlagwörter:
Europäische Jugendpolitik, Europäische Jugendstrategie

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