Stephanie Bindzus

Brücken statt Gräben - internationaler Jugendaustausch verbindet

Unter diesem Titel erschien soeben eine neue Ausgabe des IJAB journals. Die Nachrichtenlage der letzten Monate wird dominiert von Krisen, Konflikten und zunehmenden Ressentiments. Die Kluft, so scheint es, zwischen Völkern, Religionen und innerhalb der Gesellschaft wird größer. IJAB möchte deshalb mit dem aktuellen Schwerpunktthema die verbindende Wirkung internationaler Jugendarbeit und jugendpolitischer Zusammenarbeit hervorheben.

BildImage: IJAB/Ausserhofer

Den Auftakt macht der für Jugend zuständige Direktor bei der EU-Kommission, António Silva Mendes. Er macht sich Gedanken darüber, welche gesellschaftliche Auswirkung die prekäre Lage von Jugendlichen in Europa hat und welche jugendpolitischen Aufgaben er bei der EU sieht, um den europäischen Zusammenhalt zu festigen.

Doch wodurch entsteht Zusammenhalt eigentlich? Eine wissenschaftliche Antwort liefert eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die diese Frage untersucht und auch auf Deutschland angewandt hat. Besonders interessant ist beispielsweise der Aspekt des Umgangs mit „Vielfalt“, der auch Kernthema internationaler Jugendarbeit ist.

Wieso Interkulturalität zum Miteinander beiträgt und was sich dahinter verbirgt, erklärt Jürgen Bolten von der Universität Jena. Hilfreich zu wissen, denn „interkulturell“ ist auch in der Jugendverbandsarbeit schon lange mehr als nur ein Schlagwort. Ihre Erfahrungen mit der interkulturellen Öffnung beschreiben die Beiträge von Doris Klingenhagen von der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in Deutschland und Mazlum Dogan, dem Bundesvorsitzenden der Alevitischen Jugend in Deutschland. Einblick in die Praxis gibt das Interview mit dem Leiter des Zentrums GOEUROPE!, Christian Scharf, der dafür plädiert, die Begegnung junger Menschen wieder nach vorne zu stellen.

Jugendliche ehemals verfeindeter Staaten einander näher bringen – dazu könnte beispielsweise ein Jugendsekretariat des Westbalkans beitragen, über das Christian Herrmann berichtet. Während ein „Jugendwerk des Westbalkans“ noch Zukunftsmusik ist, trägt das Deutsch-Israelische Jugendwerk schon seit rund sechs Jahrzehnten zur Annäherung von Jugendlichen aus Deutschland und Israel bei. Christine Mähler, Leiterin von ConAct, verdeutlicht in ihrem Artikel den Wert der Begegnungsarbeit. Dies veranschaulichen auch Fotos des Deutsch-Israelischen Jugendkongresses, die einige Artikel in diesem Heft illustrieren. Auch in akuten Konflikten gibt es Organisationen, die mit Jugendbegegnungen der Spirale aus Hass und Gewalt etwas entgegensetzen wollen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Arbeit des “Parents Circle Families Forum“, das Jugendliche aus Israel und Palästina zusammenbringt.

Schlusspunkt des Schwerpunkts bilden diesmal Statements der Jugendorganisationen der Bundestagsparteien.

In der Rubrik „Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit“ geht es in diesem Heft um die Stärkung Internationaler Jugendarbeit in Kommunen. Im Forum wird wie gewohnt über aktuelle Ergebnissen und Entwicklungen aus der Internationalen Jugendarbeit informiert, darunter Berichte zum J7-Gipfel und dem Parlamentarischen Frühstück. Kurz vor Redaktionsschluss wurde der Bundestagsantrag "Internationalen Jugend- und Schüleraustausch als Fundament in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik verankern" verabschiedet. Das Heft schließt mit einer Stellungnahme aus jugendpolitischer Sicht.

Wir danken ConAct - Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch für die Bereitstellung der Fotos vom Deutsch-Israelischen Jugendkongress 2014 auf den Seiten 9-13, 16, 17 und 21.

Zum Download oder Bestellung der neuen Ausgabe des IJAB journals >>> hier klicken!

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0


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