Cathrin Piesche

Im Fokus des neuen IJAB journals: Jugendpolitische Zusammenarbeit – gut für Europa und die Welt

Die neue Ausgabe des IJAB journals widmet sich der aktuellen Situation Jugendlicher in den verschiedenen Regionen Europas und verbundener Staaten. Was bewegt sie? Welche Antworten gibt die Politik auf die derzeitigen Herausforderungen? Welche Anstöße können aus der internationalen Jugendarbeit und der jugendpolitischen Zusammenarbeit zur Lösung der drängenden Probleme kommen?

Frieden und Stabilität, Einheit in Vielfalt, eine gemeinsame Identität – dies sind zentrale Gedanken der europäischen Idee. Doch gerade scheint Europa das verloren zu gehen, wofür es einst angetreten ist. Die Eurokrise hat sich zur Europakrise mit massivem Vertrauensverlust in das Projekt Europa ausgewachsen. Die Jugend Europas hat weniger Berufsperspektiven denn je und fühlt sich um ihre Zukunft gebracht. Die Sparmaßnahmen und -auflagen befördern soziale Ungleichgewichte und damit den Protest der Jugend. Längst überwunden geglaubte nationale Ressentiments und Vorurteile leben wieder auf, auch gegenüber Minderheiten. Bei der Europawahl im Mai dieses Jahres haben europakritische und europafeindliche Parteien einen großen Zulauf verzeichnet, darunter viele junge Menschen. Doch auch über die Grenzen Europas hinaus brechen Gegensätze wieder auf, verschärfen sich die Spannungen und geben Grund zur Besorgnis.

Eine wichtige Intention grenzüberschreitenden Austauschs junger Menschen ist der Wunsch eines geeinten Europas, der Aussöhnung in Ost und West und des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens aller Völker in der Welt. Grund genug, um mit unserem Schwerpunktthema auf die aktuelle Situation der Jugendlichen in den verschiedenen Regionen Europas und verbundener Staaten zu schauen. Was bewegt sie? Welche Antworten gibt die Politik auf die derzeitigen Herausforderungen? Welche Anstöße können aus der internationalen Jugendarbeit und der jugendpolitischen Zusammenarbeit zur Lösung der so drängenden Probleme kommen?

Lothar Harles, IJAB-Vorsitzender, bekennt sich im Interview klar zu Europa und erläutert, welche Chancen er in der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die europäische Idee sieht und wieso die Zusammenarbeit mit Nachbarländern der EU besonders sinnvoll ist. Dies unterstreicht der Artikel des Generalsekretärs des Deutsch-Französischen Jugendwerkes, Markus Ingenlath. Die Erfahrungen des DFJW in der Gedenkarbeit und der Versöhnung ehemals verfeindeter Staaten fließt heute in Projekte mit Ländern wie Mazedonien und Serbien ein, um die Aufarbeitung dort zu unterstützen. Hans Georg Wicke, Leiter JUGEND für Europa, beschreibt in seinem Plädoyer für Europa, wie der Prozess des Zusammenwachsens und der Europäisierung weiter Gestalt annehmen könnte.

Einen Einblick in die konkrete Situation vor Ort geben Beiträge aus der Ukraine, Spanien, der Türkei und Tunesien. Sie vermitteln einen Eindruck, was junge Menschen in diesen Ländern bewegt und antreibt, wie sie mit Problemen in ihrem Land umgehen und wie Träger der Jugendarbeit darauf reagieren. Eine ganz praktische Antwort beschreibt der Artikel von Jonathan Mack und Astrid Oelpenich. Mit dem internationalen Netzwerk Phiren Amenca stärken sie junge Romni und Roma und setzen einen Kontrapunkt gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, die mit der Debatte um die „Armutseinwanderung“ traurige Aktualität gewonnen hat.

Eine praktische Antwort aus der Politik stellt die geplante Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks dar. Den Stand der Dinge gibt Christian Herrmann (IJAB) wider.

Den Blick auf andere Regionen der Welt öffnet Richard Dictus, Chief Executive Coordinator des Freiwilligenprogramms der Vereinten Nationen (UNV). Er ist davon überzeugt, dass eine stärkere Beteiligung junger Menschen an Entscheidungsprozessen und politischen Maßnahmen einer der Schlüssel für die Entwicklung eines Landes ist.

Das Schwerpunktthema schließt mit der Rubrik „Nachgefragt“, in der die jugendpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Parteien des Bundestages zu Wort kommen. Europapolitische Schwerpunkte und konkretes Engagement sind hier gefragt.

Im letzten Teil des Heftes finden Sie wie immer aktuelle Ergebnisse und Entwicklungen aus der Internationalen Jugendarbeit. Diesmal mit Berichten vom Parlamentarischen Abend, dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag und der Nachhaltigkeitskonferenz von „Kommune goes International.“

[aus dem Editorial von Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB]

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