Cathrin Piesche

Nach der Flucht – junge Migrant(inn)en in der internationalen Jugendarbeit

Mit Beiträgen aus Politik, Praxis und Wissenschaft gibt das aktuelle IJAB journal einen Einblick in die Debatte darüber, was aus Sicht von Jugendarbeit und Jugendpolitik notwendig ist, um Jugendlichen mit Fluchthintergrund das Ankommen zu erleichtern und sie dauerhaft einzubeziehen.

BildImage: IJAB | M. Gloger

Während noch immer politische Lösungen gesucht und verhandelt werden, wie mit der großen Anzahl von Menschen umzugehen ist, die in unserem Land Zuflucht suchen, ist die Zivilgesellschaft beispiellos vorangegangen: Unzählige Helferinnen und Helfer nehmen die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge in Empfang, organisieren Unterkünfte und Erstversorgung, helfen bei Übersetzungen, spenden Material und füllen das Wort „Willkommenskultur“ mit Leben. Auch viele Jugendorganisationen sind aktiv geworden. Unabhängig von künftigen Asyl- und Einwanderungsregelungen ist schon jetzt abzusehen, dass nicht nur akute Unterstützung notwendig ist. Ein Großteil der angekommenen Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen haben traumatische Erlebnisse durchgemacht und müssen sich nun in einem komplett neuen Umfeld und einer neuen Kultur zurechtfinden. Hier ist auch die (Internationale) Jugendarbeit gefragt. Der fachliche Diskurs darüber, was aus Sicht von Jugendarbeit und Jugendpolitik notwendig ist, um Jugendlichen mit Fluchthintergrund das Ankommen zu erleichtern und sie dauerhaft einzubeziehen, findet bereits statt. Das aktuelle Schwerpunktthema gibt einen Einblick in die Debatte mit Beiträgen aus Politik, Praxis und Wissenschaft.

Thomas Heppener, Leiter des Referats „Demokratie und Vielfalt“ im Bundesjugendministerium versteht die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, auch als Chance, alte Strukturen zu überdenken und neu zu gestalten. Wichtig ist ihm, mit den Betroffenen auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen, und sie nicht nur als „Flüchtlinge“, sondern als Menschen mit Talenten, Wünschen und Stärken wahrzunehmen. Der Europarat will mit seiner Arbeit die Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abbauen und die Wahrung ihrer Menschenwürde sicherstellen. Auch im Jugendbereich ist er dazu aktiv. Einer der Schwerpunkte liegt in der Vorbereitung von Jugendarbeiter(inne)n, die Flüchtlinge in ihrem Übergang in das Erwachsenenleben im Aufnahmeland begleiten.

Als Fachstelle für Internationale Jugendarbeit mit internationalem Knowhow sieht IJAB große Chancen für die Zuwanderung in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig stellen sich dabei neue Herausforderungen für die Internationale Jugendarbeit in Deutschland. „Flüchtlingsströme“, „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, dies sind letztlich sehr abstrakte Begriffe, hinter denen menschliche Schicksale stehen. Die Artikel von Anna Schweda (DJI), Melanie Ebell (LJR Brandenburg) und Prof. Dr. Alexander Thomas erzählen mehr darüber, wer die Jugendlichen sind, die bei uns ankommen, woher und aus welchen Gründen sie kommen, was ihr rechtlicher Status für sie bedeutet. Sehr eindrücklich beschreibt dies im Interview auch Mariyam Beglaryan, die selber vor drei Jahren aus ihrer Heimat fliehen musste und nun in Bremen lebt.

In den weiteren Artikeln des Fokusthemas geht es um die Praxis. Welche Erfahrungen haben Träger bislang gemacht mit der Einbeziehung junger Menschen mit Fluchthintergrund in  Jugendbegegnungen und Austauschprogramme? Was hat sich bewährt? Welche Hürden standen im Weg und welche Besonderheiten sind zu beachten? Welche Vorschläge, Forderungen und Ideen gibt es, um die Arbeit mit jungen Geflüchteten zu ermöglichen? Einen Blick von außen bietet hierzu auch Rebekka Prentell. Die Präsidentin des „National Council of Swedish Youth Organizations“ beschreibt die Situation in Schweden, eines der Länder in der EU, das gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Flüchtlinge aufnimmt.

Die Rubrik „Forum“ mit Berichten über Ergebnisse und Projekte der Internationalen Jugendarbeit und Jugendpolitik schließt wie immer das Heft ab.

Zum Download oder Bestellung der neuen Ausgabe des IJAB journals >>> hier klicken!

[Aus dem Editorial von Marie-Luise Dreber, IJAB-Direktorin]



Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter