Stephanie Bindzus

Thema des neuen IJAB journals: Jugend verbinden - Demokratie stärken

Europa wankt, die Welt sortiert sich neu. Sicher geglaubte Werte scheinen nicht mehr selbstverständlich auf Zukunft gestellt. Wie kann Internationale Jugendarbeit dazu beitragen, Demokratie zu stärken und Zivilgesellschaft zu unterstützen? Das Schwerpunktthema der neuen Ausgabe nähert sich dieser Frage aus dem Blickwinkel der Wissenschaft, Praxis und Politik sowie aus internationaler Perspektive.

BildImage: Catherine Bebbington/Parliamentary Copyright; Flickr/CC BY-NC 2.0

In den letzten Jahren blicken wir mit Sorge auf die politischen Entwicklungen in Europa. Die mühsam errungenen gemeinsamen Werte, die europäische Idee, werden immer mehr in Frage gestellt. Nationalistische Tendenzen manifestieren sich. Statt einer Solidargemeinschaft und offener Grenzen stehen die Zeichen auf Abschottung und heruntergehenden Schlagbäumen. Auch der Blick auf die Weltpolitik zeigt eher eine Abkehr von multilateraler Zusammenarbeit, von einer Politik, die sich an Menschenrechten, Meinungsfreiheit und demokratischen Grundwerten ausrichtet. Die Welt sortiert sich neu. Umso mehr Grund für uns, mit unserem Schwerpunktthema die Frage zu stellen, was Internationale Jugendarbeit beitragen kann, um Demokratie zu stärken und zivilgesellschaftliche Strukturen zu unterstützen.

Prof. Dr. Werner Lindner von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena ordnet das Thema für uns aus wissenschaftlicher Sicht ein. Seine These: Will Internationale Jugendarbeit nicht zum Feigenblatt für demokratiepolitische Versäumnisse werden, dann muss sie in ihrer pädagogischen Praxis auch die Krisenphänomene der Demokratie benennen. In eine ähnliche Richtung geht der Beitrag von Ulrich Ballhausen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hannover. Er plädiert für ein stärkeres politisches Selbstverständnis der Träger Internationaler Jugendarbeit und dafür, dass diese sich deutlicher als bisher einmischen und zu Wort melden. Wie sehen das junge Menschen in Europa und wie sollte den zunehmenden antidemokratischen und antieuropäischen Tendenzen begegnet werden? Vorschläge hierzu machen Linn Selle, die Anfang Juli zur Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschlands gewählt wurde und Carina Autengruber, Vizepräsidentin des Europäischen Jugendforums.

Welche Rolle der Jugendaustausch in politisch schwierigen Zeiten spielen kann, beschreibt der Leiter der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, Thomas Hoffmann. Er gewährt gleichzeitig einen Einblick in die jugendpolitische Situation in Russland. Interessant ist auch die Perspektive von jungen Menschen und Trägern aus Ländern, die sich im Umbruch oder einer angespannten politischen Situation befinden: Im Interview mit Andriy Kolobov, Vorsitzender des Nationalen Jugendrats der Ukraine, erfahren wir mehr über die jugendpolitischen Fortschritte im Land und darüber, welche Hoffnungen er in internationale Erfahrungen setzt. Ali Belhacen, Generalsekretär des Vereins „Young United“ in Marokko und Sami Essid vom „Club Culturel Ali Belhouane“ in Tunesien beschreiben, welche Möglichkeiten die internationale Zusammenarbeit zivilgesellschaftlichen Akteur(inn)en eröffnen kann. Die junge Aktivistin Aya Chebbi schließlich, Gründerin des Africa Youth Movement (AYM), bricht im Gespräch mit verbreiteten Bildern und Stereotypen von Afrika. Die Mitglieder des AYM warten nicht darauf, beteiligt zu werden, sie fordern Mitbestimmung massiv ein, auch wenn sie dafür persönliche Risiken eingehen müssen.

„Nachgefragt“ haben wir bei Mitgliedern des Deutschen Bundestages. Wir wollten wissen, wie sie und ihre Fraktion sich gerade angesichts der oben beschriebenen Entwicklungen für den Ausbau der Internationalen Jugendarbeit einsetzen, die junge Menschen befähigt, engagiert und weltoffen in einer Gesellschaft zu leben, die von Vielfalt geprägt ist.

Das Heft schließt mit einem Beitrag von Daniel Poli, Geschäftsbereichsleiter bei IJAB. Er stellt den Datenreport der Internationalen Jugendarbeit vor, der erstmals Zahlen und Statistiken des Arbeitsfeldes zusammenführt und aufbereitet darstellt.

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Aus dem Editorial des IJAB journals 1/2018



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