Christian Herrmann

Innovation entsteht an den Schnittstellen

Zwei Veranstaltungen des BMFSFJ und IJAB beleuchteten die Innovationspotentiale im Arbeitsfeld der internationalen Jugendarbeit und ihre Beiträge zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik. Dabei wurde deutlich: Innovation entsteht immer dann, wenn internationale Jugendarbeit sich anderen Arbeitsfeldern öffnet und dort zugleich neue Impulse setzt.

Innovationsforum Jugend global: Jürgen Ertelt (IJAB) diskutiert mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Social-Media-Didaktik
Innovationsforum Jugend global: Jürgen Ertelt (IJAB) diskutiert mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Social-Media-Didaktik. BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Es war nicht der Termindichte im „Tagungsherbst“ zuzuschreiben, sondern der verbindenden inhaltlichen Klammer, dass zwei Veranstaltungen zur internationalen Jugendarbeit am selben Tagungsort und zeitlich unmittelbar aufeinander folgend in Bonn stattfanden. Am Vormittag des 23. Oktober präsentierten 12 Projekte aus dem Arbeitsfeld der internationalen Jugendarbeit, die im Rahmen des Innovationsfonds zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik vom BMFSFJ gefördert werden, ihre Zwischenergebnisse. Am Nachmittag startete das Fachkolloquium des Innovationsforums Jugend global mit drei Themenschwerpunkten, die seit dem Sommer dieses Jahres in einem Online-Verfahren eingebracht und diskutiert worden waren. Neue Impulse für die internationale Jugendarbeit, die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt  und für die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik waren die verbindenden Elemente beider Veranstaltungen.

Geförderte Projekte mit großer Bandbreite

Die 12 im Rahmen des Innovationsfonds für die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik geförderten Projekte stellten ihre Zwischenergebnisse, die damit verbundenen Herausforderungen und erste Einschätzungen über Innovationspotentiale vor. Was dabei ins Auge stach, war die Vielzahl der Schnittstellen zu anderen Arbeitsfeldern: Übergang zwischen Schule und Beruf, Kinder- und Jugendbeteiligung, Demokratieförderung, Medienkompetenz, Qualifizierung, Inklusion, Benachteiligtenförderung und Anerkennung non-formaler Bildung. In den Projekten öffnet sich internationale Jugendarbeit, setzt zugleich aber auch starke Impulse für eine Internationalisierung von Kinder- und Jugendarbeit insgesamt. Albert Klein-Reinhardt, der für das fördernde Ministerium an der Veranstaltung teilnahm, ließ keinen Zweifel, wie wichtig die innovativen Projekte für sein Haus im Hinblick auf die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik sind. Eine Eigenständige Jugendpolitik könne nicht von außen aufgesetzt werden, sie könne nur im Dialog mit der Praxis entwickelt werden.

Unter den vorgestellten Projekten befand sich auch „Lernort Mobilität“, das von IJAB und JUGEND für Europa gemeinsam durchgeführt wird. Es wird sich auf kommunaler und Landesebene mit der Anerkennung non-formalen und informellen Lernens in der internationalen Jugendarbeit befassen. Die Webpräsenz wird in Kürze online gehen.

Eine Abschlussveranstaltung der Innovationsprojekte ist für den 27. und 28. November 2013 vorgesehen. Da das Bedürfnis nach fachlichem Austausch über Erreichtes groß war, ist jedoch auch ein weiteres Vernetzungstreffen möglich.

Eine vollständige Liste der im Rahmen des Innovationsfonds geförderten Projekte kann hier eingesehen werden:  http://www.allianz-fuer-jugend.de/downloads/Uebersicht_Projekte_Innovationsfonds.pdf

Innovationsforum Jugend global vertiefte Online-Diskussion

Das erste Fachkolloquium Jugend global ist Teil eines Diskussionsprozesses, der neue Themen für Qualifizierung und Weiterentwicklung der internationalen Jugendarbeit herausarbeiten soll. Das Fachkolloquium ist dabei der Ort, an dem die Themen der Online-Diskussion, die von Teilnehmerinnen und Teilnehmern als besonders relevant erachtet wurden, aufgegriffen und vertieft werden. Beim ersten Fachkolloquium waren dies:

  • Social-Media-Didaktik / E-Learning und Kommunikationstools in internationaler Jugendarbeit
  • Inklusion und Empowerment
  • Qualitätskriterien für Formate der Internationalen Jugendarbeit.

Dabei standen für Impulsreferate und die Vertiefung in Interessengruppen und Werkstattgesprächen Expertinnen und Experten zur Verfügung. Die angestoßenen Themenschwerpunkte für die folgenden Entwicklungsworkshops sind folgende:

Im Workshop über Social-Media-Didaktik / E-Learning wurde die Fortsetzung in Form eines praxisorientierten Fortbildungsprojektes zu E-Learning und Social Media in der Internationalen Jugendarbeit vereinbart. Ca. 11 Jugendaustauschmaßnahmen werden durch  Fortbildung und Mentoring im Bereich E-Learning / Socialmedia-Anwendungen im Jahr 2013 exemplarisch die Möglichkeiten der Vertiefung von Partizipation und Wirkung von Austauschmaßnahmen erproben. Die Evaluation und Auswertung durch die beteiligten Fachkräfte in Zusammenarbeit mit IJAB und Experten bilden dann die Grundlage für eine zu erarbeitetende Arbeitshilfe mit Darstellungen von Good-practice-Beispielen.

Der Workshop zum Thema Inklusion und Empowerment kam zu dem Ergebnis, eine Pilotschulung mit Vertreterinnen und Vertreter der Bereiche Freiwilligendienste, Workcamps und internationale Begegnungen durchzuführen.

Hinsichtlich der Qualitätsentwicklung in Formaten der Internationalen Jugendarbeit bestand Einigkeit, dieses Thema dahingehend zu vertiefen, indem eine Feldbeschreibung zur Internationalen Jugendarbeit erarbeitet werden soll ("Was ist Internationale Jugendarbeit? Wer sind die Akteure? Welche Formate gibt es?" usw.). Darüber hinaus soll der Aspekt der Qualitätsentwicklung eingehender untersucht werden, etwa durch die Unterscuhung der Frage, ob es Qualitätsvorgaben bei Trägern gibt und/oder ob solche notwendig sind. Entsprechende Empfehlungen sollen in solchen Fällen herausgearbeitet werden.

Die geplanten Entwicklungsworkshops werden noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen. Damit setzte das Kolloquium nachhaltig einen wichtigen Meilenstein für eine thematische Weiterentwicklung. 

Die Online-Diskussion im Innovationsforum Jugend global kann hier eingesehen werden: http://www.ijab.de/innovationsforum/



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