Dr. Dirk Hänisch

Innovationsfonds-Projekte ziehen Zwischenbilanz

Halbzeit bei den Innovationsfonds-Projekten Internationale Jugendarbeit. In Leipzig kamen am 26. September 2018 Projektverantwortliche und Begleitanbieter/-innen zu einer Zwischentagung zusammen, um Erfahrungen und Erkenntnisse ihrer bisherigen Arbeit auszutauschen und neue Anregungen mit auf den Weg zu nehmen. IJAB koordiniert die fachliche Begleitung der 14 Projekte, die drei Jahre lang aus dem Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplans des Bundes gefördert werden.

Eine Gruppe vom Männern und Frauen sitzt an Tischen und hört zu.
BildImage: Dr. Dirk Hänisch   Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0

Mit Leipzig wurde bewusst eines der Projektstandorte der geförderten Innovationsfondsprojekte zur Internationalen Jugendarbeit ausgewählt. Dem Fachaustausch ging am Vorabend ein informelles Treffen voraus, das in den Räumlichkeiten bei der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V./Kulturwerkstatt KAOS stattfand und den Teilnehmenden einen ersten Erfahrungsaustausch bot. Gezeigt wurde in diesem Rahmen ein Film des Leipziger Innovationsfonds-Projekts „wir weit weg“ über eine Jugendbegegnung in Portugal, die im Sommer 2018 stattgefunden hatte. Der Film bot einen Einblick in die Eindrücke, Erfahrungen und Aktivitäten der Auslandsbegegnung mit den portugiesischen Jugendlichen. Entstanden ist das Video mit Unterstützung der Jugendredaktion „innovativ international“, die die Innovationsfondsprojekte medial begleitet. Die anschließende Diskussion zeigte: Auslandsbegegnungen bauen nicht nur Vorbehalte ab und fördern das gegenseitige Verständnis, sie machen auch Spaß. Das Medium Film ist in diesem Fall nicht nur ein Dokumentationsmedium, sondern eignet sich auch sehr gut zur Ansprache von Jugendlichen.

Zudem fand am Vortag in den Räumen der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V./Kulturwerkstatt KAOS das Werkstattgespräch „Digitale Tools und Apps für Peer-Ansätze in der Internationalen Jugendarbeit“ statt. Die Veranstaltung wurde vom Netzwerk „Forschung und Praxis im Dialog- Internationale Jugendarbeit“ (FPD) durchgeführt. FPD stellt mit einer vergleichenden Analyse  zu verschiedenen Peer-Ansätzen im Arbeitsfeld ein begleitendes Angebot für die Träger der Innovationsfondsprojekte zur Verfügung. Erste Ergebnisse der Analyse können unter https://www.forschung-und-praxis-im-dialog.de/aktuelle-projekte/ eingesehen werden.

Zur Einordnung der Innovationsfonds-Projekte

Die Zwischentagung fand am 26. September 2018 in den Räumen des Leipziger Soziokulturellen Zentrums „Die Villa“ mit knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Nach einer Begrüßung durch Oliver Reiner, Geschäftsführer von „Die Villa“, erläuterte Albert Klein-Reinhardt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in seiner Einführung die Bedeutung der Innovationsfonds-Projekte im Bereich der Internationalen Jugendarbeit als Angebot für alle Jugendlichen: „Wir wollen internationalen Jugendaustausch von einem Angebot für wenige zu einer Chance für alle Jugendlichen machen. Wichtig ist uns daher gerade auch der Austausch zu den neuen Wegen, die in den innovativen Projekten gemeinsam mit jungen Menschen umgesetzt werden, um für Angebote des internationalen Jugendaustauschs zu begeistern, denn  wir sehen jugendpolitische Perspektiven gerade auch in der unmittelbaren Praxisumsetzung.“. Durch die Zugangsstudie „Warum nicht“ ist belegt worden, dass zwei Drittel der jungen Menschen in Deutschland sich gut vorstellen können, an einem internationalen Austausch teilzunehmen. Es mangelt also nicht an Interesse, sondern eher an Information und Beratung über entsprechende Möglichkeiten und/oder an adäquaten Angeboten und neuen Formaten für Jugendliche. Wie besonders junge Menschen Information und Beratung, gestalten würden,  steht bei den 14 geförderten Innovationsfonds-Projekten, die teilweise sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen, ganz aktuell im Fokus der Projektarbeit.

Begleitende Inputs für die Innovationsfonds-Projekte

Zwei inhaltliche Inputs wurden auf der Zwischentagung den Projektverantwortlichen und –beteiligten präsentiert. Zum einen stellte das Team von GOEUROPE! die Learning Badges als Anerkennungsinstrument vor und erläuterte, was sie sind und was sie dokumentieren, wie sie eingesetzt werden und wie sie im laufenden Innovationsfonds Anwendung finden können. Die Entwicklung der Learning Badges ging aus einem früheren Innovationsfonds-Projekt hervor. Sie sind ein Instrument, um Lernerfahrungen sichtbar zu machen, sie dienen aber gleichzeitig auch der Motivation der Teilnehmenden. GOEUROPE! entwickelte eigens für die Innovationsfonds-Projekte zwei Formen von Badgesystemen, die kurz vorgestellt wurden.

Beim zweiten inhaltlichen Input präsentierte Birgit Czeschka für die Jugendredaktion „innovativ international“ einige Arbeitsbeispiele aus den ersten Projektbesuchen und nannte Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche und reibungslose mediale Begleitung durch die Jugendredaktion, die dezentral organisiert ist. Ihre Aufgabe besteht darin, die Inhalte und Ergebnisse der Projekte jugendgerecht und mit Einsatz neuer Medien aufzubereiten und bundesweit sichtbar zu machen. Auf diese Weise sollen möglichst viele Jugendliche angesprochen und erreicht werden. Die Jugendredaktion begleitet zum zweiten Mal die Innovationsfondsprojekte. Die Beiträge werden in verschiedenen Formaten veröffentlicht und dokumentieren damit die Entwicklung der Projekte.

Erfahrungsaustausch und Bestandsaufnahme

Die vielfältigen Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse der Projekte diskutierten die Teilnehmenden miteinander in Arbeitsgruppen zu drei Schwerpunktthemen, bei denen die Jugendlichen im Zentrum der Betrachtung standen und die bereits bei der Ausschreibung des Innovationsfonds für die Projekte zielführend waren: Neben der direkten Beteiligung von Jugendlichen waren das die entwickelten Trainingsstrategien von und für Jugendliche sowie die Nutzung bestehender (Peer-)Netzwerke im Projekt.

Die Teilnehmenden orientierten sich in ihren Diskussionen dabei sowohl an dem bisher Erreichten, sowie an aufgetretenen Schwierigkeiten und Stolpersteinen. Gleichzeitig wurde aber auch der Blick nach vorne  gerichtet und Möglichkeiten der Weiterentwicklung und was notwendig ist, um diese umzusetzen, diskutiert.

In einer weiteren Arbeitseinheit tauschten sich die Teilnehmenden zu den unterschiedlichen Formen von Beratung und Information aus, die die Projekte nutzen, um gemeinsam mit jungen Menschen über internationalen Austausch zu informieren. Parallel dazu diskutierte eine Gruppe  zu neu entstandenen Kooperationen in den jeweiligen Projektverläufen wie beispielsweise mit Partnern aus dem Bereich Medien, der formalen Bildung  oder der Wirtschaft. Auch hier tauschten sich die Teilnehmenden zu bisherigen Erfolgen und Hindernissen aus und unterstützen sich gegenseitig bei der Entwicklung von Perspektiven.

Das Ziel der Veranstaltung, der kollegiale, direkte und aktive Austausch der Projektbeteiligten untereinander, konnte durch eine intensive Gruppenarbeit sowie durch die Begleitinformationen erreicht werden. Trotz des dicht gedrängten Programms war es daher nicht überraschend, dass bei der abschließenden Bewertung der Zwischentagung das Urteil der Teilnehmenden positiv ausfiel. Zahlreiche Teilnehmende aus den Projekten konnten neue Anregungen mit auf den Weg nehmen. Die nächsten Treffen der Projektbeteiligten sind bereits ins Auge gefasst: Vom 16.03. bis zum 17.03.2019 wird im Raum Halle an der Saale ein BarCamp stattfinden, bei dem gemeinsam mit 40 jungen Menschen Strategien zur Nachhaltigkeit der Projektergebnisse entwickelt werden. Vom 10. bis zum 12.09.2019 wird dann die Abschlusstagung der Innovationsfondsprojekte aus dem Bereich der Internationalen Jugendarbeit in Schloss Fürstenried in München stattfinden. In Form eines Planspiels mit dem Themenschwerpunkt „Information und Beratung“ soll aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnisse der Jugendlichen in den Projekte die ideale Beratungskommune konzipiert werden, in der Mobilitätsinformationen für alle Jugendliche zugänglich sind und in einem Netzwerk verschiedener Akteure angeboten werden.

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0


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