Kerstin Giebel

Neue Veröffentlichung: "Refugees welcome – auch in der Internationalen Jugendarbeit"

Träger der Kinder- und Jugendhilfe suchen nach Möglichkeiten, um geflüchtete junge Menschen an internationalen Aktivitäten teilhaben zu lassen. Aber: Sind internationale Formate überhaupt geeignet, um Geflüchtete anzusprechen? Welche rechtlichen Hürden gibt es? Welche Rahmenbedingungen sind nötig? Eine neue Broschüre gibt Anhaltspunkte.

Eine Gruppe von Menschen hat sich zu einem Gruppenbild versammelt.
Teilnehmer/-innen der "experimentellen Fachtagung": Auf sie gehen die Inhalte der neuen Broschüre zu Formaten Internationaler Jugendarbeit für junge Geflüchtete zurück BildImage: Kerstin Giebel   Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0

Im Juni 2016 fand in Stuttgart eine "Experimentelle Fachtagung" statt. Sie trug den Titel "Formate der Internationalen Jugendarbeit und deren Mehrwert für die Arbeit mit jungen Geflüchteten bzw. für den Bereich der Flüchtlingshilfe. Eine kritische Bestandsaufnahme." Sie ging der Frage nach, ob klassische Formate der Internationalen Jugendarbeit dafür geeignet sind, wie sie angepasst werden können und welche Bedingungen es braucht, um junge Geflüchtete an non-formaler Bildung teilhaben zu lassen. Die vorliegende Broschüre dokumentiert die Beiträge der Fachtagung.

Beispiele gelungener Praxis entlang der Formate von Internationaler Jugendarbeit

Folgende Formate der Internationalen Jugendarbeit wurden diesbezüglich unter die Lupe genommen:

  • Workcamps
  • Jugendbegegnungen
  • (Bundes-)Freiwilligendienste
  • Aus- und Fortbildungsseminare / Trainings für Leitungskräfte von (inter-)nationalen Austauschmaßnahmen
  • Fachkräfteaustauschprogramme

Die Vorstellung der Praxisbeispiele erfolgte entlang der Leitfragen:

  • In wieweit beziehen Sie in dem von Ihnen vorgestellten Format junge Geflüchtete ein?
  • Was hat Sie als Träger dazu motiviert?
  • Welche Gelingensbedingungen braucht es Ihrer Meinung nach, damit junge Geflüchtete an Internationaler Jugendarbeit teilhaben können?
  • Welche Schwierigkeiten gab bzw. gibt es in Ihrem Fall?
  • Welche Empfehlungen können Sie an andere Akteure aussprechen, die sich ebenfalls in diesem Bereich engagieren möchten?

Wissenschaftliche Empfehlungen zur Arbeit mit jungen Geflüchteten

Neben Praktiker(inne)n kommt in der Handreichung auch die Wissenschaft zu Wort. Heike Abt, Diplom-Psychologin am iko – Institut für Kommunikationsmanagement spricht vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie und der Begegnungsforschung eine Reihe von Empfehlungen zum Umgang mit Geflüchteten aus, die sich vor allem an Leitungskräfte von (inter-)nationalen Austauschaktivitäten richten. Ferner geht sie in ihrem Beitrag auf posttraumatische Belastungsstörungen ein und gibt Hinweise, wie eine Retraumatisierung zu vermeiden ist.

Rechtliche Grundlagen für die Arbeit mit jungen Geflüchteten

Um ein vielfältiges Engagement von Geflüchteten im Arbeitsfeld Internationale Jugendarbeit zu ermöglichen, braucht es auch und vor allem klare rechtliche Rahmenbedingungen. Die Initiator(inn)en der Experimentellen Fachtagung haben dazu die Rechtsanwältin Silke Hoffmann gebeten, vor dem Hintergrund ihres beruflichen und auch ehrenamtlichen Engagements einige Eckpfeiler zusammenzustellen. Die Texte basieren auf der Rechtslage vom Herbst 2016 und stehen (gesondert) als PDFs zum Download bereit:

Einbettung in die fachliche Arbeit von IJAB

Die Broschüre entstand im Rahmen des Innovationsforum Jugend global, einem interaktiven Angebot von IJAB zur Qualifizierung und Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit. Es ermöglicht Fachkräften, Trägern oder interessierten Partnern der Internationalen Jugendarbeit, ihre Anliegen und Interessen einzubringen, sich zu vernetzen, zu diskutieren und so gemeinsam Strategien und Instrumente für eine zukunftsweisende Internationale Jugendarbeit zu entwickeln.

Zielgruppen der Publikation

Die Publikation ist eine Einladung an alle, die sich der interkulturellen Arbeit mit jungen Menschen – so auch Geflüchteten – verschrieben haben, die Potentiale von Internationaler Jugendarbeit ausschöpfen und in ihre eigenen Aktivitäten einbetten wollen. Dazu gehören in erster Linie Fachkräfte und Multiplikator(inn)en der Internationalen Jugendarbeit. Sie eignet sich aber auch für Betreuer/-innen in Gemeinschaftsunterkünften, Lehrkräfte an Schulen, Mitarbeitende aus der Verwaltung oder Theaterpädagog(inn)en.

Die Tür ist offen; treten Sie ein und machen Sie sich selbst ein Bild  von dem, was möglich ist. Aber bitte vergessen Sie dabei nicht, die Bedarfe und Möglichkeiten der jungen Geflüchteten von Anfang an in Ihre Überlegungen miteinzubeziehen. 

Bestellung und Download

Gedruckte Exemplare können kostenfrei über den IJAB-Bestellservice bezogen werden:
Refugees welcome – auch in der Internationalen Jugendarbeit

Weitere Informationen zum Innovationsforum Jugend global und zu anderen Handreichungen der Schriftenreihe gibt es unter www.ijab.de/nc/innovationsforum/ . Darüber hinaus steht Ihnen das Team des Innovationsforum  Jugend global gern mit Rat und Tat zur Verfügung.

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0


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