Internationalisierung

Mit dem Anfang 2016 gestarteten Pilotprojekt „Modellentwicklung zur Etablierung einer internationalen Leitkultur bei Trägern der Kinder- und Jugendhilfe (Internationalisierung)“ werden ausgewählte Träger der Kinder- und Jugendhilfe über einen Zeitraum von zwei Jahren in die Lage versetzt, durch trägerspezifische Coaching Prozesse die Internationalisierung der eigenen Institution zu vertiefen und durch externe Impulse zu ersten sichtbaren Erfolgen zu gelangen.

Eine Pinwand mit vielen Zetteln
BildImage: Christian Herrmann  INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0

Die Kinder- und Jugendhilfe mit ihren Fachkräften und Strukturen muss sich auf die wachsende Bedeutung grenzüberschreitender Lernerfahrungen einstellen. Für die Verankerung einer europäischen und internationalen Dimension in der Kinder- und Jugendhilfe bedarf es einer entsprechenden Bereitschaft der Träger: Das Bewusstsein für den Wert grenzüberschreitenden Austauschs muss gefördert und der europäische und internationale Austausch in den Arbeitsgrundlagen einer Organisation etabliert werden. Hierzu gehören vor allem eine internationale und interkulturelle Öffnung der Organisation in ihren Leitlinien, Arbeitsweisen und Angeboten sowie der Aufbau von internationalen Partnerstrukturen und Netzwerken.

Das Vorhaben wird durch IJAB koordiniert und besteht aus einem trägerspezifischen Coaching einerseits sowie der wissenschaftlichen Begleitung der Coaching-Prozesse in Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogischen Forschungsstelle Bildung und Bewältigung im Lebenslauf (Goethe-Universität Frankfurt/Main) andererseits. Der Schwerpunkt beim Coaching liegt auf Prozesse im Sinne der Organisations-, Personal- und Qualitätsentwicklung. Die wissenschaftliche Begleitung zielt auf eine Untersuchung der Wirkungen und Gelingensbedingungen von Coaching-Prozessen zur Internationalisierung von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe.

Als Ergebnis des Pilotvorhabens wird ein Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für die Umsetzung erarbeitet, der Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen von Organisations- und Personalentwicklung bei der Etablierung einer internationalen Leitkultur prozessorientiert unterstützt.

Kerstin Giebel

Internationalisierung – eine Herausforderung für Träger der Kinder- und Jugendhilfe

Im Zuge der Globalisierung gewinnt das Thema Internationalisierung von Einrichtungen zunehmend an Bedeutung. Wirtschaftsunternehmen und Bildungsträger haben sich bereits auf den Weg gemacht. Inzwischen ist das Thema auch in der Kinder- und Jugendhilfe angekommen. Zwei neue Arbeitshilfen bieten Unterstützung an.

Dre Kinder spielen mit einer Erdkugel, zwei Erwachsene coachen sie.
BildImage: Martin Armbruster

Viele Einrichtungen sehen zwar die Notwendigkeit sich internationaler aufzustellen, wissen jedoch nicht, wie sie den Prozess angehen sollen: Was bedeutet Internationalisierung? Gibt es ein einheitliches Muster, nach dem man vorgehen kann? Wie gelingt es, haupt- und ehrenamtlich Aktive gleichermaßen in den Prozess einzubinden? Welche Ressourcen braucht es und was gilt es noch zu beachten? Antworten auf diese und weitere Fragen geben zwei Arbeitshilfen, die IJAB entwickelt hat, um Träger der Kinder- und Jugendhilfe in ihrem Bemühen zu unterstützen, Internationalisierungsprozesse zu initiieren und längerfristig zu begleiten. Dabei handelt es sich um:

Die Broschüren basieren auf Ergebnissen des Projekts „Modellentwicklung zur Etablierung einer internationalen Leitkultur in Organisationen und Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe“, das IJAB in Kooperation mit fünf Trägern der Kinder- und Jugendhilfe in den Jahren 2016-2017 durchgeführt hat und das durch die Sozialpädagogische Forschungsstelle der Goethe-Universität Frankfurt/Main wissenschaftlich begleitet wurde.

Im Zuge dessen wurde unter anderem festgestellt, dass es bereits einige Handreichungen zum Thema Internationalisierung bzw. Europäisierung im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe gibt, allerdings keine, die auf dem Coaching-Ansatz basiert. Eine Expert(inn)engruppe, bestehend aus IJAB, beteiligten Coaches und Trägervertreter(inne)n, hat nun eine Reihe von Empfehlungen formuliert, die es bei Internationalisierungsvorhaben auf der Grundlage von Coachings zu beachten gilt. Dabei nehmen die Autor(inn)en unterschiedliche Perspektiven ein – die eines Trägers als auch die eines Coaches. Dadurch sollen am Thema Interessierte in die Lage versetzt werden, bedarfsgerecht agieren zu können.

Internationalisierung durch Coaching: methodisch-didaktische Zugänge

Die Praxis hat gezeigt: das Coaching-Setting hat sich bewährt. Herzstück des Projekts ist die Arbeit in Tandems. Der jeweilige Träger benennt mindestens eine Person, die über den Projektzeitraum zentraler Ansprechpartner/-in für das Projekt ist. Ihr wird ein fester externer Coach zugeordnet, der den Prozess kontinuierlich begleitet und moderiert. Das Coaching dient somit als Instrument zur Sichtbarmachung und Umsetzung der trägereigenen Zielstellungen im Sinne der Internationalisierung.

Vor dem Hintergrund des Modellprojekts sehen die Autor(inn)en der Arbeitshilfen drei Zugänge, um das Thema Internationalisierung zu bearbeiten:

  1. Organisationsentwicklung,
  2. Personalentwicklung und
  3. Qualitätsentwicklung.

Basierend darauf werden Rahmenbedingungen für Internationalisierungsvorhaben skizziert, Anforderungsprofile für Coaches formuliert und schließlich acht Ebenen eines Internationalisierungsprozesses erläutert. Tools, wie Leitfragen, Meilensteine, Berichtsraster ergänzen die Publikationen.

IJAB als Partner für Ihre Internationalisierungsvorhaben

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus dem Modellprojekt möchte IJAB weitere Träger dazu ermutigen, ihrerseits Internationalisierungsprozesse zu starten. Die vorliegenden Publikationen sind kein Garant für den Erfolg; sie können jedoch ein erster Schritt in diese Richtung sein und als Orientierungshilfen dienen. Viel entscheidender ist allerdings: Beim Träger sollte ein Bewusstsein dafür vorherrschen, dass dieser Prozess sinnvoll ist und auf allen Ebenen mitgetragen wird – von der Leitung bis zur Basis und unter Berücksichtigung ehrenamtlichen Personals. IJAB sieht sich in dem Zusammenhang als Beratungsinstanz für interessierte Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Gleichzeitig möchte sich IJAB im trägerübergreifenden Dialog mit dem BMFSFJ in die konzeptionelle Weiterentwicklung des Themas gemäß geltender Richtlinien zum Kinder- und Jugendplan des Bundes einbringen.

Die Arbeitshilfen stehen zum kostenlosen Download unter zur Verfügung:

>> Arbeitshilfe für Träger der Kinder- und Jugendhilfe
>> Arbeitshilfe für Coaches

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0


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