Dr. Dirk Hänisch

Die europäische und internationale Perspektive mit in den Blick nehmen

Die Mitgliederversammlung von IJAB hat im Sommer 2013 eine Stellungnahme zum Kinder- und Jugendbericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland einstimmig verabschiedet.

Der 14. Kinder- und Jugendbericht (KJB), im Auftrag der Bundesregierung von einer unabhängigen Sachverständigenkommission erstellt, gibt einen Gesamtbericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. Er beschreibt zusammenfassend sehr detailliert und fundiert wichtigste Aufgaben und künftige Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe.

Die Stellungnahme von IJAB erkennt diese Leistung ausdrücklich an, stellt aber fest: "Um alle jungen Menschen auf ein Leben in einer globalisierten Wissensgesellschaft vorzubereiten, müssen jedoch auch die europäischen und internationalen Dimensionen für ein gelingendes Aufwachsen junger Menschen in den Blick genommen werden und eine systematische Internationalisierung und Europäisierung der Kinder- und Jugendhilfe als Zukunftsaufgabe verstanden werden. Insofern begrüßt IJAB die Stellungnahme der Bundesregierung, die diese Dimensionen berücksichtigt", heißt es. Und: "Die Berichtskommission benennt zwar die Globalisierung der Lebensbereiche, ohne aber auf die Gestaltung der globalen Entwicklungen im Jugendbereich einzugehen und das Potenzial grenzüberschreitender Mobilität und jugendpolitischer Zusammenarbeit hierfür zu berücksichtigen".

Die Stellungnahme betont und beschreibt in diesem Zusammenhang ausführlich die positiven Einflüsse der internationalen Jugendarbeit als freiwilliges Bildungsangebot auf die Entwicklung und Biografien junger Menschen, darunter auch auf Jugendliche mit Migrationshintergrund. Hier hat die internationale Jugendarbeit bereits zahlreiche Erfahrungen durch entsprechende Projekte gesammelt. IJAB bekräftigt daher auch die im KJB formulierte Forderung nach Sicherung und Ausbau eines vielfältigen Angebots von internationalen Begegnungsformen, um möglichst viele Jugendliche jenseits der Gymnasien zu erreichen.

Um eine eigenständige und zukunftsorientierte Jugendpolitik zu realisieren, so IJAB, sind transnationale Lern- und Mobilitätsprogramme in allen Bereichen verstärkt zu fördern und auszubauen, mehr Angebote für sozial benachteiligte oder individuell beeinträchtigte junge Menschen zu entwickeln und geeignete Förderinstrumente erforderlich. Und weiter heißt es: "In Anbetracht einer europäischen Jugendstrategie und internationaler Initiativen, die die Teilhabe und die Verbesserung der Lebenssituationen junger Menschen zum Ziel haben, muss in allen nationalen Politikbereichen, die junge Menschen betreffen, eine europäische und internationale Dimension mit einbezogen werden. Auf diese Weise kann künftigen globalen Entwicklungen viel früher und effizient jugendpolitisch Rechnung getragen werden. Ebenso können neue Impulse von europäischen und internationalen Partnern für die nationale Jugendpolitik gewonnen und darüber hinaus fachliche und politische Initiativen in die europäische und internationale Zusammenarbeit im Jugendbereich eingebracht werden." IJAB plädiert dafür, im nächsten Kinder- und Jugendbericht die europäische und internationale Perspektive angesichts der Globalisierung der Lebensbereiche junger Menschen besonders in den Blick zu nehmen.

Den Wortlaut der Stellungnahme können Sie hier nachlesen: bitte hier klicken (pdf)!

Der 14. Kinder- und Jugendbericht kann hier heruntergeladen werden: bitte hier klicken (pdf, 7,1 MB).

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


Kommentare ( 0 )

Kommentare schreiben

Noch 1000 Zeichen

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter