Dr. Dirk Hänisch

IJAB-Mitgliederversammlung diskutiert über die politische Dimension der Internationalen Jugendarbeit

Angesichts zunehmender globaler Krisen und kriegerischer Auseinandersetzungen setzte sich die IJAB-Mitgliederversammlung am 10.12.2014 schwerpunktmäßig mit der politischen Dimension internationalen Jugendaustauschs auseinander. Welchen Beitrag können junge Menschen als Teil der Zivilgesellschaft zu Frieden und Verständigung leisten?

V.l.n.r.: Jörge Freese (Stlv. Vorsitzender v. IJAB); Nicola Sommer (Referatsleiterin im BMFSFJ); Thomas Thomer (Unterabteilungsleiter im BMFSFJ); Lothar Harles (Vorsitzender IJAB); Dirk Thesenvitz (Stlv. Vors.); Marie-Luise Dreber (Direktorin IJAB); Karst

Ulrich Ballhausen von der Universität Hannover und Vorsitzender des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e.V. sowie Daniel Poli, Geschäftsbereichsleiter bei IJAB, zeigten in einem differenzierten Impulsreferat die politischen Dimensionen internationalen Jugendaustauschs auf. Die meisten Aktivitäten finden nicht im luftleeren Raum statt, sondern haben unabhängig, ob beabsichtigt oder nicht, stets einen politischen Bezug zum Kontext, in dem sie durchgeführt werden. Formal-rechtliche Kodifizierungen in Form von jugendpolitischen Leit- und Förderlinien, bilateralen Vereinbarungen und internationalen und europäischen Abkommen setzen den politischen Rahmen. Aber auch das hohe Potenzial politischer Auseinandersetzungen, das sich aus der Diversität der Teilnehmenden ergeben kann oder spezifische politische Themen und Fragestellungen, die in den einzelnen Aktivitäten und Maßnahmen zur Sprache kommen, stellen einen politischen Bezug her. Internationale Jugendarbeit unterstützt ebenso durch die Pluralität ihrer Akteure zivilgesellschaftliche Strukturen und generiert auf der gesellschaftspolitischen Ebene durch Austausch und Voneinander Lernen neue Impulse zur Weiterentwicklung von Jugendpolitik und Jugendarbeit. Ergänzt wurde die Präsentation der beiden Referenten durch die aktuell erschienene Broschüre „Politische Dimension der Internationalen Jugendarbeit“ im Rahmen der IJAB-Schriftenreihe des Innovationsforums Jugend global, an deren Fertigstellung und inhaltlichen Gestaltung sich zahlreiche Akteure und Expert(inn)en der Politischen Bildung, der Wissenschaft und der Internationalen Jugendarbeit beteiligten (hier klicken - pdf).

In der anschließenden regen Diskussion bestand Konsens darüber, dass mit der Internationalen Jugendarbeit politische Lernprozesse bei jungen Menschen erlebbar gemacht werden können, die wichtige Anstöße für die politische Sozialisation setzen und damit gesellschaftliche Mitverantwortung zur Stärkung von Demokratie, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit fördern. Die Wirkungen Internationaler Jugendarbeit sind für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen relativ gut erforscht, aber es fehlen Untersuchungen auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene und zur politischen Sozialisation Jugendlicher. Unter den anwesenden Mitgliedern herrschte Einigkeit darüber, dass diese Debatte gerade aufgrund der großen politischen Herausforderungen, vor denen auch die Zivilgesellschaft angesichts weltweiter politischer Krisen steht, von großer Bedeutung sei. Lothar Harles, Vorsitzender von IJAB, sagte zu, die Diskussion 2015 fortzuführen und hierzu auch Vertreter/-innen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik einzubinden.

Diskussion über aktuelle Schwerpunkte

Neben dem Schwerpunktthema bilanzierten Vorstand und Geschäftsstelle auf der Mitgliederversammlung ihre Arbeit der vergangenen sechs Monate. Diese war auch durch die begleitende Mitwirkung der jugendpolitischen Zusammenarbeit im Zusammenhang mit der Errichtung des geplanten Deutsch-Griechischen Jugendwerks geprägt. In der Aussprache nahm dieser Punkt breiteren Raum ein. Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), informierte die Versammlung über den aktuellen Stand des Vorhabens und konstatierte das große gegenseitige Interesse. Er betonte, dass die Erfahrungen beim Aufbau des Deutsch-Polnischen Jugendwerks gewissermaßen als „Blaupause“ dienen können. Das Deutsch-Griechische Jugendwerk soll voraussichtlich 2016 an den Start gehen. Aus den Reihen der Mitglieder wurde die Erwartung geäußert, dass die zu implementierenden Entscheidungsgremien plural zusammengesetzt sein werden und auch die Vertreter/-innen der Zivilgesellschaft entsprechend Berücksichtigung finden.

Weitere Diskussionspunkte tangierten Aspekte der jugendpolitischen Zusammenarbeit mit China sowie die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Kontakte mit der Ukraine, deren Wichtigkeit einmütig hervorgehoben wurde. Ferner befürwortete die Mitgliederversammlung die vorgestellten Arbeitsschwerpunkte von IJAB für die Jahre 2015 bis 2017.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


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