Jugendpolitische Zusammenarbeit mit China

BildImage: IJAB | Stefan Jung

In der jugendpolitischen Zusammenarbeit mit China berät und unterstützt IJAB das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ( BMFSFJ) bei der Gestaltung und Umsetzung der Länderkooperation. Ziel ist es, durch verschiedene Fachaktivitäten einen nachhaltigen und intensiven deutsch-chinesischen Austausch im Jugendbereich auf den Weg zu bringen. Dazu gehört auch die Information und Beratung von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe bei der (Weiter-)Entwicklung von eigenen Austauschaktivitäten.

Grundlage der Kooperation

Am 14. September 2006 wurde mit der „Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland und dem Allchinesischen Jugendverband der Volksrepublik China über die Zusammenarbeit im Bereich der Jugendhilfe“ der Grundstein für die jugendpolitische Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China gelegt. Neben dem Austausch von Fachkräften der Jugendhilfe und von Vertreterinnen und Vertretern von Jugendverbänden und Jugendorganisationen steht besonders der Erfahrungsaustausch im Bereich der Jugendhilfe im Zentrum der Zusammenarbeit. 

Bilaterale Absprachen

Seit 2007 finden zwischen dem BMFSFJ und dem Allchinesischen Jugendverband regelmäßig bilaterale Fachgespräche statt zur gegenseitigen Information über die aktuellen jugendpolitischen Entwicklungen. Bei diesem Anlass wird jeweils auch der jährliche Fachkräfteaustausch zwischen den beiden Ländern zu aktuellen Themen der Jugendhilfe vereinbart. Das aktuelle Protokoll zur bilateralen Zusammenarbeit (Deutsch/Chinesisch) wurde im April 2016 in Potsdam unterzeichnet. Die nächsten bilateralen Fachgespräche sind 2018 in China geplant.

Die Anfänge der Zusammenarbeit 

Beeindruckender Startpunkt der Kooperation im Jugendbereich war ein gegenseitiger Austausch von jeweils 400 deutschen und chinesischen Jugendlichen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte anlässlich seines Staatsbesuches in Deutschland im Jahr 2006 eine Einladung an 400 deutsche Jugendliche nach China ausgesprochen, deren Aufenthalt in den Jahren 2007 und 2008 IJAB im Auftrag des BMFSFJ in vier Gruppen organisierte. Bei zwei dieser 100er-Delegationen geschah dies in Kooperation mit der Deutschen Sportjugend sowie dem Pädagogischen Austauschdienst. Die Gegeneinladung an 400 chinesische Jugendliche durch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch in Deutschland wurde im Oktober 2008 realisiert. 

Fachkräfteaustausch  

Seit 2009 konzentriert sich die Zusammenarbeit vornehmlich auf den Austausch von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei standen bisher die Themen „Jugend und Medien“, „Freiwilliges Engagement und internationale Freiwilligentätigkeit“, „Integration von benachteiligten Jugendlichen“, "Kooperation von Schule und außerschulischer Jugendbildung", „Integration junger Menschen in die Gesellschaft mit Fokus auf Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt“ sowie „Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher: Qualifizierung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe“ im Fokus.

Chinaaktivitäten von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe

Um Akteure aus dem Jugendbereich aus Deutschland und China zusammenzubringen und zum fachlichen Austausch und zur Entwicklung von gemeinsamen Projekten zu ermutigen, wurden bislang vier Trägerkonferenzen für deutsche und chinesische Organisationen und Einrichtungen im Jugendbereich veranstaltet. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Zusammenarbeit im Jugendbereich fand vom 19. bis 21. April 2016 in Potsdam/Berlin die vierte Deutsch-Chinesische Trägerkonferenz statt. Für die Realisierung von Jugend- und Fachkräfteaustauschmaßnahmen mit China stehen im Rahmen des "Sonderprogramms China" des Kinder- und Jugendplans des Bundes Mittel zur Verfügung. Impressionen aus dem deutsch-chinesischem Jugend- und Fachkräfteaustauschs bietet das "China-Spezial" von IJAB.

Im Jahr 2017 sind seitens IJAB die folgenden Fachaktivitäten geplant:

Im Jahr 2016 haben die folgenden Fachaktivitäten stattgefunden:

Im Jahr 2015 haben die folgenden Fachaktivitäten stattgefunden:

Im Jahr 2014 wurden folgende Fachaktivitäten durchgeführt:

Im Jahr 2013 haben folgende Fachaktivitäten stattgefunden:

Im Jahr 2012 haben die folgenden Fachaktivitäten stattgefunden:

Hintergrundinformationen

>> Länderinformationen zu China: Die Website DIJA.de von IJAB hält für alle Interessierten länderkundliche und jugendpolitische Informationen zu derzeit 18 Ländern bereit.
>> Schlüsselbegriffe der Kinder- und Jugendhilfe Deutsch – Chinesisch: IJAB gibt im Auftrag des BMFSFJ zweisprachige Wortlisten mit "Schlüsselbegriffen der Kinder- und Jugendhilfe" heraus.

BildImage: Hans Steimle

Christian Herrmann

Deutschland und China intensivieren den Dialog – auch im Jugendbereich

Vom 23. bis 26. Mai 2017 fand in Chinas Hauptstadt Beijing die „1. Sitzung des hochrangigen Deutsch-Chinesischen Dialogs des gesellschaftlich-kulturellen Austauschs“ statt. Vertreten waren Politik, Stiftungen und Fachorganisationen aus den Bereichen Kultur, Sport, Bildung, Wissenschaft und Jugend. Die Jugendpolitik nahm in den Gesprächen breiten Raum ein. [mehr]

Deutsch-Chinesische Trägerkonferenz - Gruppenbild vor dem Kanzleramt
BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – keine Bearbeitung CC BY-ND 3.0

Christian Herrmann

10 Jahre Jugendaustausch mit China: Bilanz des Erreichten und Perspektiven für die Zukunft

10 Jahre ist es her, dass die Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Jugendbereich zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Allchinesischen Jugendverband unterschrieben wurde. Auf einer deutsch-chinesischen Trägerkonferenz in Potsdam vom 18. bis 21. April blickten die Akteure aus beiden Ländern auf die Erfahrungen der Vergangenheit zurück und sondierten zugleich Perspektiven für die Zukunft. [mehr]

Menschen halten eine deutsche und eine chinesische Fahne
BildImage: Brandenburgische Sportjugend

Dorothea Wünsch

China-Special: Impressionen aus dem deutsch-chinesischen Jugend- und Fachkräfteaustausch

2006 wurde die Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Jugendbereich zwischen dem Bundesjugendministerium und dem Allchinesischen Jugendverband unterzeichnet. Wie haben sich Kooperationen im Jugendbereich in diesen zehn Jahren (weiter)entwickelt und welche Perspektive bietet der deutsch-chinesische Jugend- und Fachkräfteaustausch? Das China-Special stellt erfolgreiche Austauschaktivitäten vor und möchte gleichzeitig Impulse und Tipps für die Entwicklung neuer Kooperationsprojekte geben und die Vernetzung der Akteure untereinander fördern. Dies dient auch der Sichtbarmachung der Austauschaktivitäten im Jugendbereich mit Blick auf das für 2016 vereinbarte „Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch“. [mehr]

drei Mädchen malen und basteln
BildImage: Gesine Bertelsen

Kerstin Wondratschek

„Die Jugendlichen sind langanhaltend begeistert und fasziniert von China“

Jugendarbeit und Schule arbeiten in der Gemeinde Schönberg im Kreis Plön eng zusammen und organisieren seit 2013 eine Jugendbegegnung mit einer chinesischen Schule. Trotz zusätzlicher Arbeit bei oft unsicherer Finanzlage unterstreicht Jürgen Dräbing, Leiter der Abteilung Kinder, Jugend und Soziales der Amtsverwaltung Probstei im Kreis Plön, wie wichtig die interkulturelle Begegnung für ein tolerantes Miteinander ist. Und Gesine Bertelsen, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule Probstei, berichtet, dass die Auslandserfahrung die Jugendlichen nachhaltig verändert hat. [mehr]

deutsche und chinesische Jugendliche arbeiten mit Spaten
BildImage: Akademie Biggesee

Kerstin Wondratschek

„Nach wenigen Tagen wächst das Vertrauen“

Seit 2009 organisiert die Akademie Biggesee deutsch-chinesische Jugendbegegnungen. Wie diskutieren Jugendliche aus ganz unterschiedlichen politisch-sozialen Hintergründen über Gesellschaft, Wertvorstellungen und Zukunftsvisionen? Im Gespräch mit Akademieleiter Udo Dittmann und dem verantwortlichen Referenten Bernd Neufurth erfahren wir, wie schnell die jungen Menschen Gemeinsamkeiten entdecken und auch offen über vermeintliche Tabuthemen sprechen. [mehr]

eine Frau mit malenden Kindern
BildImage: bjke

Kerstin Wondratschek

„Die Neugier auf China ist groß“

Zwischen Imitation und Individualität: Kulturelle Bildung in China und Deutschland basiert auf unterschiedlichen pädagogischen Konzepten. Gerade die radikale Fremdheitserfahrung beim Fachkräfteaustausch mit China birgt jedoch viele konkrete Anregungen für die Gestaltung pädagogischer Angebote und regt die Vernetzung an, berichtet uns Julia Nierstheimer. Als Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen e.V. (bjke) organisierte sie bereits vier deutsch-chinesische Fachkräftebegegnungen und arbeitete dabei auch mit schulischen und außerschulischen Einrichtungen in Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei zusammen. [mehr]

eine Gruppe Jugendlicher in Kletterausrüstung
BildImage: privat

Kerstin Wondratschek

„Man muss sehr behutsam sein, mutig und neugierig“

Tanzen, malen, singen – der Hip-Hop schafft schnell Vertrauen zwischen Jugendlichen aus Deutschland und China. Die grenzüberschreitenden Erfahrungen beeinflussen den Lebensweg vieler Teilnehmender positiv, berichtet uns Stefan Ölke, Sozialarbeiter im Kinder- und Jugendzentrum AKK in der Reduit. Und Hildegunde Rech, Leiterin der Abteilung Jugendarbeit im Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden, erklärt, warum die Stadt Austauschangebote für alle Jugendlichen finanziert und wie bei den Jugendbegegnungen künftig auch sensible Themen in den Fokus rücken können. [mehr]

junge Leute beim Bogenschießen
BildImage: Brandenburgische Sportjugend

Dorothea Wünsch

Von Sport und Schriftzeichen

Der Austausch mit China läuft erst seit gut vier Jahren, doch die Brandenburgische Sportjugend möchte diesen Kontakt nicht mehr missen. Fachkräfte sind nach den Begegnungen mit chinesischen Kolleg(inn)en hochmotiviert, eigene Austauschprojekte zu initiieren. In den Jugendbegegnungen bricht nach wenigen Tagen das Eis und die Jugendlichen tauchen nicht nur begeistert in die fremde Kultur ein, sondern lernen auch ihre eigene besser verstehen. Welche Rolle dabei Sport, Sprache und Schriftzeichen spielen, berichtet uns Guido Cools, Referent für Internationales bei der Brandenburgischen Sportjugend. [mehr]

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